VERTRETUNGSKRÄFTE SICHERN DEN BETRIEB DER KITA

Den Rechts­an­spruch auf durch­gän­gi­ge, zuver­läs­si­ge Betreu­ung sicher­stel­len, gleich­zei­tig aber auch der Für­sor­ge­pflicht für Kin­der und Per­so­nal nach­kom­men — in die­sem Kon­flikt ste­hen Kita-Trä­ger aktu­ell bei­na­he täg­lich. Um die­se Brü­cke zu schla­gen sind Ver­tre­tungs­kräf­te uner­läss­lich. Sie sichern den Betrieb einer Kita, wenn Stamm-Per­so­nal auf­grund von Urlaub, Fort­bil­dung oder Krank­heit abwe­send ist. Ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Finan­zie­rung von Ver­tre­tungs­per­so­nal bestehen vie­ler­orts gro­ße Unsi­cher­hei­ten. Oft bekom­men nach­fra­gen­de Eltern die Aus­sa­ge, Ver­tre­tungs­kräf­te sei­en ein hohes finan­zi­el­les Risi­ko für den Trä­ger. In der Fol­ge wird häu­fig lie­ber auf den Maß­nah­men­plan zurück gegrif­fen und die Kita frü­her geschlos­sen oder in den Not­be­trieb überführt.

Kom­mu­na­le Spit­zen­ver­bän­de, freie Trä­ger, Gewerk­schaf­ten, Ver­bän­de, Arbeit­ge­ber, Eltern­ver­tre­ter und vie­le wei­te­re Part­ner haben zusam­men mit dem Minis­te­ri­um ein Kom­pen­di­um erar­bei­tet, das ein gan­zes Bün­del an Maß­nah­men für die Fach­kräf­te­si­che­rung und ‑Gewin­nung beinhal­tet. Aus die­sem soge­nann­ten “Akti­ons­fo­rum” ist auch eine digi­ta­le Ver­an­stal­tung­rei­he ent­stan­den, die die Ver­ant­wor­tung der Trä­ger the­ma­ti­siert. Im zwei­ten Teil die­ser Rei­he wur­de spe­zi­ell der Ein­satz von Ver­tre­tungs­kräf­ten beleuchtet.

Eine Zahl aus der dazu­ge­hö­ri­gen Prä­sen­ta­ti­on (wei­ter unten als Down­load ver­füg­bar) sticht hier­bei beson­ders ins Auge: Ins­ge­samt waren zum 31.12.2023 ca, 1.163 Voll­zeit­äqui­va­len­te an Ver­tre­tungs­kräf­te im zen­tra­len Ver­wal­tungs­sys­tem des Lan­des (KiDz) erfasst. Dies umfasst sowohl päd­ago­gi­schen Per­so­nal als auch Haus­wirt­schafts­kräf­te. Setzt man die­se Zahl ins Ver­hält­nis zu den unge­fähr 2700 Kitas in Rhein­land-Pfalz, bedeu­tet dies weni­ger als eine hal­be Voll­zeit­stel­le pro Kita — also deut­lich zu wenig!

Ein kur­ze Über­sicht über die recht­li­chen Grund­la­gen und die Details der Finan­zie­rung von Ver­tre­tungs­kräf­ten gibt die Prä­sen­ta­ti­on der Ver­an­stal­tung, wel­che hier her­un­ter­ge­la­den wer­den kann

Eine auf Basis des Kom­pen­di­ums zum The­ma Fach­kräf­te­si­che­rung- und Gewin­nung ent­stan­de­ne Über­sicht über die Mög­lich­kei­ten, dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen zu wir­ken, ist hier zu finden:

LANDESELTERNAUSSCHUSS WÄHLT NEUEN VORSTAND

Der Lan­des­el­tern­aus­schuss der Kitas in RLP (LEA) hat in sei­ner Voll­ver­samm­lung am 29. März 2025 in Mainz einen neu­en Vor­stand gewählt. Die Wahl­ver­an­stal­tung von Ende Janu­ar muss­te wie­der­holt wer­den, da die Wahl auf­grund for­ma­ler Feh­ler für ungül­tig erklärt wurde.

Die Voll­ver­samm­lung wähl­te fol­gen­de 10 Per­so­nen in den Vorstand:

Anne­gret Neu­g­schwen­der (Trier-Saar­burg)
Micha­el Her­mann (Alzey-Worms)
Sebas­ti­an Ebe­l­ing (Spey­er)
Fereshteh Khei­ri Sisi (Ander­nach)
Anna-Maria Lie­bing-Zim­mer­mann (Alzey-Worms)
Olga Schnei­der (Mainz-Bin­gen)
Julia Schuh­ma­cher (Alzey-Worms)
Dr. Asif Stö­ckel-Karim (Neu­stadt a.d.W.)
Alex­an­dra Stumpp (Spey­er)
Dmit­rij Tschausovs­ky (Süd­west­pfalz)

Bereits nach einer Woche im Amt erklär­te Dmit­rij Tschausovs­ky sei­nen Rück­tritt aus dem Vor­stand. Ihm folgt als Nach­rü­cker Björn Piro (Lud­wigs­ha­fen).

In der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des Vor­stan­des wur­den Anne­gret Neu­g­schwen­der zur Vor­sit­zen­den und Micha­el Her­mann zum stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den gewählt.

Der KEA SÜW wünscht dem neu­en Vor­stand viel Erfolg bei sei­ner Arbeit, die in den kom­men­den drei Jah­ren wohl stark durch die her­aus­for­dern­de Eva­lua­ti­on des Kita-Geset­zes geprägt sein wird.

Zur Mel­dung auf der LEA-Webseite:

https://www.lea-rlp.de/landeselternausschuss-waehlt-auf-seiner-vollversammlung-neuen-vorstand‑2

ÜBERSTUNDEN, VIEL BELASTUNG UND STREIK: DIANAS HARTER ALLTAG ALS ERZIEHERIN

In gut acht Minu­ten gibt Dia­na einen Ein­blick in ihren Kita-All­tag. Die­se 8 Minu­ten rei­chen, um zu erken­nen, dass das Sys­tem Kita in der Form nicht mehr lan­ge funk­tio­nie­ren kann.
Über­stun­den, ver­scho­be­ne Urlaubs­ta­ge, stän­dig kran­ke Kol­le­gin­nen sind an der Tagesordnung. 

Dia­na ist aller­dings nicht nur Erzie­he­rin. Sie ist auch Mut­ter von zwei Kin­dern, denen sie auf­grund ihres anstren­gen­den Arbeits­all­ta­ges oft nicht wirk­lich gerecht wer­den kann. Die­se Situa­ti­on betrifft sicher nicht nur den Beruf der Kita-Fach­kräf­te. Von Betreu­ungs­zeit­aus­fäl­len berich­tet Dia­na nicht aus ihrer Per­spek­ti­ve als Mut­ter. Aber es steht wohl außer Fra­ge, dass es sehr vie­le Müt­ter mit eben­falls anstren­gen­den Beru­fen gibt, die zusätz­lich noch durch spon­ta­ne Kür­zun­gen der Betreu­ungs­zei­ten oder Kita-Schlie­ßun­gen belas­tet werden.

Es ist über­deut­lich: Es fehlt Per­so­nal. Der Fach­kräf­te­man­gel kann nicht schön gere­det wer­den. Es fehlt aber auch vie­ler­orts der Wil­le, Lösun­gen statt Aus­re­den zu suchen. Es gilt für alle Ver­ant­wor­tungs­trä­ger, sich neu­en Ideen zu öff­nen und sich nicht auf dem Fach­kräf­te­man­gel aus­zu­ru­hen. Bedarfs­pla­nun­gen dür­fen nicht auf Kan­te genäht wer­den und Ver­tre­tungs­kräf­te­pools müs­sen end­lich eine brei­te Akzep­tanz fin­den. Der Maß­nah­men­plan bei Per­so­nal­man­gel ist ein Instru­ment für den Schutz der Kin­der, kein Frei­fahrts­schein für aus­blei­ben­de Bemü­hun­gen und Sparmaßnahmen.