TAG DER KINDERBETREUUNG 2022 – Nachbericht

Peter Gärtner- Ein Name, der den wenigsten Eltern und Kita-Fachkräften etwas sagen wird. Dennoch spielte eine der Ideen des Ingenieurs in den vergangenen Tagen eine nicht unbedeutende Rolle in den Kitas Deutschlands. Gärtner ist Vater zweier Kinder, seine Frau in der Tagesbetreuung tätig. Schon 2012 stellte er fest, dass der Arbeit der Tageseltern und Kita-Fachkräften zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wird – und initiierte daraufhin den Tag der Kinderbetreuung. Mit diesem Aktionstag sollte dieser Umstand stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.  

Ganz im Sinne des Gründungsgedankens beteiligt sich auch der Kreiselternausschuss Südliche Weinstraße (KEA SÜW) seit 2017 an dieser Aktion. Den allermeisten Eltern ist bewusst, dass die Teams in den Kitas sowie die Tageseltern tagtäglich ihren Beitrag dazu leisten, dass die moderne Familie überhaupt erst möglich ist. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für viele einen hohen Stellenwert, aber ohne eine vielfältige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ließe sich das nicht realisieren. Kindertagesstätten transformierten sich in den vergangenen Jahren von Betreuungseinrichtungen zu Bildungsstätten. Immer mehr wird den Teams in den Kitas abverlangt: liebevoll betreuen, fördern und fordern, Streit schlichten, Orientierung bieten, zuhören und erzählen, in der Entwicklung begleiten, ermutigen und stärken, Vorbild sein, unterstützen, Neugier wecken, Kreativität fördern, spielen, tanzen, singen, lachen – und einige dieser Tätigkeiten sogar bei Kindern und Eltern. Insbesondere die letzten beiden Jahre waren eine besondere Herausforderung. Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verlangten allen Beteiligten des Kita-Umfelds unendlich viel ab. Auch das Inkrafttreten des 2019 verabschiedeten Kita-Gesetzes brachte viele Veränderungen in die Einrichtungen. Längst sind nicht alle Hürden überwunden und es wird sicher auch noch ein gutes Stück dauern, bis sich das umgestaltete System eingespielt hat.

Im Alltag vergisst man leider oft, die täglichen Besonderheiten wert zu schätzen. Man nimmt vieles als selbstverständlich wahr, was eigentlich einen regelmäßigen Dank verdient hätte. Auch wenn der alljährliche Aktionstag kein vollwertiger Ausgleich dafür ist, möchten wir ihn dennoch nutzen, um den Betreuern und Betreuerinnen unserer Kinder eines zu sagen: DANKE!

Als kleines Zeichen dieser Dankbarkeit organisierte der Kreiselternausschuss Südliche Weinstraße auch in diesem Jahr wieder für alle 75 Kitas im Landkreis ein Präsente-Paket für die Kita-Teams. Zucker und Koffein, dachte sich die Vorstandschaft des KEA, könne den Arbeitsalltag inmitten von 25 tobenden Kindern etwas erträglicher machen und stattete die Präsente mit Schaumküssen und Kaffee aus. Die Pakete konnten wie im letzten Jahr von den Elternausschüssen am Samstag vor dem Tag der Kinderbetreuung in Rohrbach abgeholt werden. Wem dies nicht möglich war, konnte die Präsente-Übergabe individuell vereinbaren, einige Kitas wurden auch direkt von Mitgliedern des KEA-Vorstandes überrascht.

Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte:
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Für die Unterstützung und Ermöglichung dieser Aktion möchten wir uns bei folgenden Spendern bedanken:

Sparkasse Südpfalz, VR Bank Südpfalz, Fa. Theo Klein GmbH Ramberg,  Fa. Eugen Trauth & Söhne Herxheim, KFE – Die Kaffeerösterei Landau, Josef Klein Besen- und Bürstenfabrik Ramberg, Wunschträume Landau, Buchhandlung Pyra Annweiler, Südpfalztherme Bad Bergzabern, Spiel & Spaß Bad Bergzabern, Landeselternausschuss Rheinland-Pfalz

INTERAKTIVES PLANSPIEL ZUM KITA-BEIRAT ZEIGT ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN AUF

Mit Geduld und gutem Willen – gemeinsam für eine gute Kita

Am 06. Mai 2022 fand das interaktive Planspiel „Kita-Beirat – Warum und wie? Ausgestaltung in der Praxis“ statt, das vom Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit (IBEB) mit Unterstützung der Kreiselternausschüsse Bad Dürkheim (KEA DÜW), Germersheim (KEA GER) und Südliche Weinstraße (KEA SÜW) ausgerichtet wurde.

Sissi Westrich (Ministerium für Bildung), Prof. Dr. Armin Schneider (IBEB) und Andreas Winheller (Landeselternausschuss) erläuterten einleitend die Notwendigkeit der im Kita-Gesetz verankerten und somit rechtlich bindenden Vorgabe zur Etablierung einer flächendeckenden Beteiligungskultur in den rheinland-pfälzischen Kitas. So sei die Institutionalisierung der Perspektive der Kinder sowie die breitgefächerte Betrachtung der Perspektiven aller Vertretergruppen der Verantwortungs­gemein­schaft in einem pädagogischen Diskurs ein wichtiges Mittel zur Schaffung gleicher Qualitäts­standards.

In einem Praxisbeispiel angedeutete Entwicklungspotentiale für die verschiedenen Vertretergruppen haben sich in dem Planspiel nochmals verdeutlicht. So hat die Trägervertretung nicht nur die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und die finanziellen Entscheidungen, sondern trägt auch Sorge dafür, dass in der Sitzung alle Stimmen gehört werden. Idealerweise unterstützt das auf Vorschlag der Elternvertretung gewählte stellvertretende vorsitzende Mitglied in einer Tandemmoderation bei dieser herausfordernden Rolle. Besonders deutlich wurden die Relevanz der Präsenzsitzung für die Einbindung aller Vertretergruppen sowie eine adäquate Vorbereitungsphase innerhalb der Vertretergruppen für eine rechtlich bindende Beschlussfassung.

Der Kita-Beirat muss sich als neues Gremium etablieren, dies ist für alle Vertretergruppen ein Lernprozess. Sich in der jeweiligen Rolle einzufinden, und sich insbesondere als Kita-Leitung oder Fachkraft für die Kinderperspektive (FaKiB) von der alltäglichen Funktion als pädagogische Fachkraft abzugrenzen, erfordert Übung. Die Durchführung von mehr als einer Kita-Beiratssitzung im Jahr kann daher dazu beitragen, Selbstvertrauen zu gewinnen und eine regelmäßige, offene und wohlwollende Diskussionskultur zum Wohle der Kinder zu festigen.

LEA FORDERT SONDERGIPFEL GEGEN DEN KITA-FACHKRÄFTEMANGELf

Der Landeselternausschuss der Kitas in RLP (LEA) fordert die Landesregierung auf, unverzüglich einen Sondergipfel der Kita-Fachverbände einzuberufen, um eine Strategie gegen den sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangel in den Kitas zu entwickeln. „Die Situation ist dramatisch und sie wird von Tag zu Tag schlimmer. Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, bahnt sich eine Betreuungskatastrophe an“, so LEA-Vorsitzender Andreas Winheller nach der Delegiertenversammlung des LEA Ende letzter Woche.

Am Donnerstag, den 28. April 2022 haben die über 50 Delegierten der Kreis- und Stadtelternausschüsse einstimmig das Positionspapier „Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel“ beschlossen. In diesem Papier (hier als PDF-Datei zum Download) wird die dramatische Lage offen und ehrlich beschrieben und ein Konzept für eine Lösungsstrategie dargestellt.

Die Pressemitteilung des LEA zu diesem Thema finden Sie hier als PDF-Datei zum Download.