Mit gutem Beispiel voran: Verbandsgemeinde beschäftigt Aushilfskräfte für Kita-Zweckverband

Er ist in aller Mun­de: Der Fach­kräf­te­man­gel. Alle Betei­lig­ten des Kita-Sys­tems kla­gen dar­über, dass auf­grund von per­so­nel­len Eng­päs­sen Betreu­ungs­an­ge­bo­te und ‑zei­ten gekürzt wer­den müs­sen. Doch wie kön­nen die Ver­ant­wort­li­chen vor Ort kon­kret und aktiv was dage­gen tun? Im Bei­trag des LEA Jam­mern ist Teil des Pro­blems, nicht Teil der Lösung! — Kreis­eltern­aus­schuss Süd­li­che Wein­stra­ße (keasuew.de) wer­den eini­ge Stell­schrau­ben des Sys­tems aufgezeigt.

Mit gutem Bei­spiel vor­an geht die Ver­bands­ge­mein­de Bad Hön­nin­gen im Kreis Neu­wied. Hier wur­de ein kom­mu­na­ler Zweck­ver­band (= Zusam­men­schluss meh­re­re Kitas) gegrün­det und auf Ebe­ne der Ver­bands­ge­mein­de ein Ver­tre­tungs­kräf­te-Pool ein­ge­rich­tet. Die­se Ver­tre­tungs­kräf­te kön­nen nun ein­rich­tungs­über­grei­fend ein­ge­setzt wer­den. Dies ist ins­be­son­de­re für klei­ne kom­mu­na­le Kitas eine sehr effek­ti­ve Lösung, um kurz­fris­ti­ge Per­so­nal­aus­fäl­le abzu­fan­gen und das Betreu­ungs­an­ge­bot auf­recht zu erhalten. 

Aus Sicht der Eltern­ver­tre­tun­gen ist die­ses Vor­ge­hen aus­drück­lich zu begrü­ßen und wirft eine Fra­ge auf: War­um wird dies nicht in viel mehr Ver­bands­ge­mein­den ana­log praktiziert? 

Quel­le und Links:

Mit neu­en Ideen gegen den Fach­kräf­te­man­gel — Kreis­eltern­aus­schuss Neu­wied (kea-nr.de)

Kin­der­gar­ten­zweck­ver­band Rheinb­rohl / Bad Hön­nin­gen / Ham­mer­stein (kigazweckverband.de)

Fachkräfteoffensive: Werde Erzieherin oder Erzieher!

BILDUNGSMINISTERIN DR. STEFANIE HUBIG GIBT STARTSCHUSS FÜR FACHKRÄFTEKAMPAGNE

Es sind all­täg­li­che Situa­tio­nen in Kitas: Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern rei­chen Kin­dern beim Essen eine hel­fen­de Hand, geben Halt bei sport­li­chen Aben­teu­ern oder öff­nen durch das Vor­le­sen und Sprach­ver­mitt­lung ganz neue Wel­ten für die Kin­der: Mit die­sen und wei­te­ren Moti­ven wirbt die Lan­des­re­gie­rung seit dem 3. Febru­ar in ganz Rhein­land-Pfalz für den Beruf der Erzie­he­rin und des Erziehers.

„Bil­dung beginnt bereits in der Kita. Des­halb haben wir in Rhein­land-Pfalz gebüh­ren­freie Kitas ab zwei Jah­ren. Wir brau­chen aber zugleich gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te in aus­rei­chen­der Zahl, damit alle Kin­der von guter früh­kind­li­cher Bil­dung pro­fi­tie­ren und Eltern Fami­lie und Beruf ver­ein­ba­ren kön­nen. Ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wan­dels, des enor­men Wachs­tums, das es bei den Kitas in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gege­ben hat, und einem bes­se­ren Betreu­ungs­schlüs­sel wird es für die Trä­ger als Arbeit­ge­ber zuneh­mend schwie­ri­ger, die­ses Per­so­nal zu fin­den. Die Fach­kräf­te­kam­pa­gne ist des­halb ein wei­te­rer unse­rer Bau­stei­ne, um die schon in den Kitas arbei­ten­den Fach­kräf­te zu hal­ten, neue zu gewin­nen und dabei unse­re Wert­schät­zung für den so wich­ti­gen und anspruchs­vol­len Beruf aus­zu­drü­cken“, sag­te Bil­dungs­mi­nis­te­rin Dr. Ste­fa­nie Hubig anläss­lich der Vor­stel­lung der Fach­kräf­te­kam­pa­gne „Wer­de Erzie­he­rin oder Erzie­her“. Damit wer­de zugleich ein wei­te­res und wich­ti­ges Vor­ha­ben aus dem Koali­ti­ons­ver­trag umge­setzt. Je 500.000 Euro ste­hen dafür in 2023 und 2024 zur Verfügung.

Für die Kitas in Rhein­land-Pfalz tra­gen vie­le Men­schen Ver­ant­wor­tung, von den Kom­mu­nen und Jugend­äm­tern über die Ein­rich­tungs­trä­ger bis hin zu den Fach­kräf­ten in den Kitas und den Eltern der Kita-Kin­der. Sie ver­ste­hen sich dabei als Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft. Des­halb hat das Minis­te­ri­um sie von Beginn an in die Ent­wick­lung der Kam­pa­gne ein­be­zo­gen. Sven Nor­mann, Fach­be­reichs­lei­ter Jugend, Fami­lie und Bil­dung bei der Ver­bands­ge­mein­de Wei­ßen­thurm, sag­te: „Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sind für uns als Trä­ger von zahl­rei­chen kom­mu­na­len Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen das zen­tra­le Ele­ment, um eine gute Bil­dung, Erzie­hung und Betreu­ung in unse­ren Kitas zu ermög­li­chen. Die aktu­el­len inten­si­ven Dis­kus­sio­nen und das Enga­ge­ment der unter­schied­lichs­ten Ver­ant­wor­tungs­trä­ger im Feld der Kin­der­ta­ges­stät­ten, unter­stüt­zen auch uns als Ein­rich­tungs­trä­ger, in unse­ren tag­täg­li­chen Bemü­hun­gen mit qua­li­fi­zier­ten Per­so­nal unse­re Kin­der zu beglei­ten und die Fami­li­en zu unter­stüt­zen. Im Wett­be­werb mit ande­ren Arbeits­fel­dern tut es gut, dass die Fach­kräf­te­kam­pa­gne ein moti­vie­ren­des, wert­schät­zen­des und zugleich her­aus­for­dern­des Bild von der Tätig­keit in unse­ren Kitas in die Öffent­lich­keit trägt.“

Für die Eltern war die Vor­sit­zen­de des Lan­des­el­tern­aus­schus­ses Karin Graeff bei der Vor­stel­lung dabei: „Die Kita-Fach­kräf­te sind unse­re wich­tigs­ten Part­ner, wenn es dar­um geht, dass sich unse­re Kin­der gesund ent­wi­ckeln und ent­fal­ten kön­nen. Als LEA unter­stüt­zen wir daher die Kam­pa­gne, die auf­zeigt, wie wich­tig, anspruchs­voll und erfül­lend die­ser Beruf ist. Das Sys­tem befin­det sich in einem Wan­del. Wir brau­chen daher enga­gier­te Pio­nie­re, die zusam­men mit allen Kita-Akteu­ren die Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft leben und unse­re Kin­der auf dem Weg zu selbst­be­wuss­ten Zukunfts­ge­stal­tern stärken.“

Eben­falls in die Kon­zep­ti­on ein­ge­bracht hat­te sich der Kita-Fach­kräf­te­ver­band Rhein­land-Pfalz. „Unser Anlie­gen war, dass die Wer­be­kam­pa­gne viel­fäl­ti­ge Tätig­kei­ten aus dem Kita-All­tag zeigt und früh­päd­ago­gi­sche Aspek­te des Berufs­bil­des trans­por­tiert. Anspre­chen­de Wer­bung macht Lust, den Erzie­her­be­ruf zu ergrei­fen. Genau­so wich­tig ist es, neu gewon­ne­ne Azu­bis und gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te im Berufs­feld Kita zu hal­ten. Damit sie ihrer ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­be gerecht wer­den kön­nen, müs­sen sich die Arbeits­be­din­gun­gen in den Ein­rich­tun­gen ver­bes­sern. Das Akti­ons­fo­rum zur Fach­kräf­te­ge­win­nung und ‑siche­rung des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums ist aktu­ell dabei, hier­zu kon­kre­te Vor­schlä­ge und mög­li­che Maß­nah­men zu erar­bei­ten. Wir hof­fen, dass die­se so schnell als mög­lich in die Rea­li­tät umge­setzt wer­den“, so die Vor­sit­zen­de Clau­dia Theobald.

Die Kam­pa­gne baut auf einer umfas­sen­den Ana­ly­se und Markt­for­schung auf. Mehr als 500 Per­so­nen wur­den befragt, um sicher­zu­stel­len, dass sie den Bedürf­nis­sen der Ver­ant­wor­tungs­trä­ger und Ziel­grup­pen ent­spricht und so wirk­sam sein kann. Da gera­de die jun­ge Gene­ra­ti­on Infor­ma­tio­nen rund um den Beruf ver­misst, lie­fert die neue Kam­pa­gnen­home­page genau die­se. Im Lau­fe der Kam­pa­gne wird die Home­page kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt und mit neu­en für die Ziel­grup­pe inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen gefüllt. Ein Insta­gram-Kanal holt die jun­gen Men­schen dort ab, wo sie sich auf­hal­ten. Groß­flä­chi­ge Außen­wer­bung schafft zu Beginn Auf­merk­sam­keit für den Beruf über alle Ziel­grup­pen hin­weg. „Das ist uns auch unter dem Aspekt Wert­schät­zung für den Beruf sehr wich­tig. Wir machen mit der groß­flä­chi­gen Außen­wer­bung und geziel­ten Moti­ven alle dar­auf auf­merk­sam, wie anspruchs­voll und facet­ten­reich der Beruf ist und welch wich­ti­ge Arbeit die Erzie­he­rin­nen und Erzie­her täg­lich leis­ten“, so die Minis­te­rin. Mit indi­vi­dua­li­sier­ba­ren Mate­ri­al­sets wer­den per­spek­ti­visch die Trä­ger bei der Nach­wuchs­ge­win­nung unter­stützt. Zudem soll der Beruf über Stän­de auf Berufs­in­for­ma­ti­ons­mes­sen prä­sen­ter werden.

Die Kam­pa­gnen­mo­ti­ve wur­den dabei in rhein­land-pfäl­zi­schen Kitas mit rhein­land-pfäl­zi­schen Kita-Kin­dern und Fach­kräf­ten foto­gra­fiert. „Ich bedan­ke mich ganz herz­lich für die Bereit­schaft der Kin­der, ihrer Eltern und Erzie­he­rin­nen und Erzie­her, die hier mit­ge­macht haben. Sie machen unse­re Kam­pa­gne authen­tisch und leben­dig“, so Hubig.
„Wir haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits vie­le Hebel in Bewe­gung gesetzt: Wir haben die Zahl der Aus­bil­dungs­plät­ze erhöht. Der­zeit sind knapp 6.000 Per­so­nen in der Aus­bil­dung zur Erzie­he­rin bzw. zum Erzie­her. Mehr als ein Drit­tel absol­viert dabei die berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung, bei der die Azu­bis von Beginn an in der Kita unter­stüt­zen und ver­gü­tet wer­den – ein Gewinn für bei­de Sei­ten. Wir haben den Zugang zur Aus­bil­dung fle­xi­bi­li­siert, die aka­de­mi­sche Aus­bil­dung gestärkt“, so die Minis­te­rin. Das neue Kita-Gesetz habe wei­te­re Ver­bes­se­run­gen gebracht: So ist die Zahl der Aus­zu­bil­den­den pro Kita nicht begrenzt, sie wer­den nicht auf den Per­so­nal­schlüs­sel ange­rech­net und die Fach­kräf­te erhal­ten fes­te Anlei­tungs­zei­ten, um die Nach­wuchs­fach­kräf­te ein­zu­ar­bei­ten. Hin­zu kom­men ver­schie­de­ne Maß­nah­men, um die Fach­kräf­te akut zu ent­las­ten, bei­spiels­wei­se der Ein­satz von Haus­wirt­schafts­kräf­ten, mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams und der län­ge­re Ein­satz von Ver­tre­tungs­kräf­ten. „Im Akti­ons­fo­rum zur Fach­kräf­te­si­che­rung und –gewin­nung arbei­ten wir an wei­te­ren Stell­schrau­ben. Unse­re Kam­pa­gne steht damit nicht für sich allein, son­dern wird von wesent­li­chen inhalt­li­chen Ver­än­de­run­gen beglei­tet und gestützt. Das zusam­men bie­tet ech­te Per­spek­ti­ven für unse­re Kitas“, sag­te Dr. Ste­fa­nie Hubig abschließend.

Die Kam­pa­gne fin­den Sie unter dem Link www.werde-erzieherin-oder-erzieher.rlp.de sowie dem Insta­gram­ka­nal WerdeErzieherinoderErzieherRLP.