KITAS IN RLP BLEIBEN OFFEN – HYGIENEMASSNAHMEN VERSCHÄRFT

Spielzeug

Bil­dungs­mi­nis­te­rin Dr. Hubig hat heu­te in einer Pres­se­kon­fe­renz nach Vor­be­ra­tung mit den Kita-Spit­zen­ver­bän­den (ein­schließ­lich des Lan­des­el­tern­aus­schus­ses) bekräf­tigt, dass die Kitas in RLP wei­ter­hin offen blei­ben sol­len. Eine Kita-Schlie­ßung sei in der aktu­el­len Lage abso­lut unver­ant­wort­lich, da dadurch sowohl den Kin­dern als auch den Fami­li­en gro­ße Schä­den ent­ste­hen würden.

Dies hat auch der medi­zi­ni­sche Sach­ver­stän­di­ge Prof. Dr. Fred Zepp, Direk­tor der Uni­ver­si­täts­kin­der­kli­nik Mainz, bekräf­tigt. Stu­di­en zeig­ten bereits gro­ße Schä­den, die Kita-Schlie­ßun­gen ver­ur­sa­chen – auch im Bereich von z.B. psy­chi­schen Erkran­kun­gen. Es sei daher wich­tig, eine Gesamt­be­trach­tung der Kin­des­ge­sund­heit vor­zu­neh­men. Ins­be­son­de­re sei­en die der­zeit höhe­ren Infek­ti­ons­zah­len bei Kita-Kin­dern mit einem um ca. 300% höhe­ren Test­auf­kom­men in die­ser Alters­grup­pe erklärbar.

Gleich­zei­tig steht die Gesund­heit aller Betei­lig­ten an ers­ter Stel­le, so dass die Hygie­ne­maß­nah­men in den Kitas jetzt ver­schärft wer­den sol­len. Dies wird auch in der nächs­ten Fas­sung der Coro­na-Lan­des­be­kämp­fungs­ver­ord­nung (CoBeL­VO) ent­hal­ten sein:

  1. Es wird jetzt eine durch­gän­gi­ge Mas­ken­pflicht für alle Erwach­se­nen in der Kita ange­ord­net, auch in der päd­ago­gi­schen Arbeit. Aus­nahms­wei­se darf die Mas­ke abge­nom­men wer­den, wenn das in einer beson­de­ren Situa­ti­on päd­ago­gisch erfor­der­lich ist, z.B. in der Sprachförderung.
  2. Das Test­an­ge­bot für die Fach­kräf­te wird ausgeweitet.
  3. Test­an­ge­bo­te für Kin­der sol­len aus­ge­wei­tet wer­den. In der Lan­des­haupt­stadt Mainz wird ein Modell­pro­jekt gestar­tet, allen Kita-Kin­dern pro Woche das Ange­bot für Tests inner­halb der Kita machen zu können.
  4. Durch orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men muss die Durch­mi­schung in den Kitas ver­rin­gert wer­den. Das bedeu­tet nicht zwin­gend „fes­te Grup­pen“ aber per­so­nel­le Kon­ti­nui­tät, so dass die Kon­takt­an­zahl deut­lich redu­ziert wird. Das kann im Ein­zel­fall auch zu einer Ein­schrän­kung des Betreu­ungs­an­ge­bo­tes füh­ren, das im Ein­ver­neh­men mit dem Eltern­aus­schuss ver­ein­bart wer­den kann.
  5. Um die Ein­schrän­kung des Betreu­ungs­an­ge­bo­tes so klein wie mög­lich zu hal­ten, erwar­tet Minis­te­rin Dr. Hubig, dass alle Trä­ger falls erfor­der­lich auch Zusatz­per­so­nal ein­stel­len (Coro­na-Unter­stüt­zungs­kräf­te) und die Jugend­äm­ter dies mit­fi­nan­zie­ren. Das Land wird sei­nen Lan­des­an­teil für die­ses Per­so­nal in vol­lem Umfang ohne Beschrän­kung zah­len, wenn Trä­ger und Jugend­amt vor Ort sich dar­auf ver­stän­digt haben.

Aus Sicht des Lan­des­el­tern­aus­schus­ses sind das genau die rich­ti­gen Maß­nah­men, um das Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen Bil­dungs­an­spruch der Kin­der, Betreu­ungs­be­darf der Fami­li­en und Gesund­heits­schutz in den Kitas in der jet­zi­gen schwie­ri­gen Lage gewähr­leis­ten zu können.

Für die Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft vor Ort aus Trä­ger, Fach­kräf­ten und Eltern­aus­schüs­sen besteht spä­tes­tens jetzt die Not­wen­dig­keit, sich zeit­nah zu Ver­hand­lun­gen zu tref­fen, um abge­stimm­te Maß­nah­men für die Kita aus­zu­han­deln. Für die­se Ver­hand­lun­gen hat der LEA RLP sei­ne Infor­ma­tio­nen erstellt, die HIER (als Link) zum Down­load bereit stehen.

Das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um hat zu dem The­ma auch eine Pres­se­mit­tei­lung her­aus­ge­ge­ben, die HIER (als Link) zum Down­load ver­füg­bar ist.

Die neu­en Rege­lun­gen hat das Lan­des­ju­gend­amt in einem Rund­schrei­ben an die Kita-Trä­ger (hier als Link zum Down­load) und einem Info­brief an die Eltern (hier als Link zum Down­load) erläu­tert.

NEUE AMTLICHE INFORMATIONEN ZUM NEUEN KITAGESETZ ALS VIDEO

Kita-Zukunftsgesetz

Bei der Umset­zung des neu­en Kita­ge­set­zes, das am 1. Juli 2021 voll­stän­dig in Kraft tritt, gibt es immer wie­der Miss­ver­ständ­nis­se und fal­sche Aus­le­gun­gen in der Pra­xis. Des­we­gen haben die zustän­di­gen Refe­ren­tin­nen aus dem Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um, Julia Burk­hard und Xenia Roth, in einer offe­nen Sprech­stun­de Fra­gen aus der Fach­pra­xis beantwortet.

Die Erläu­te­run­gen sind in Infor­ma­ti­ons­vi­de­os doku­men­tiert, die ab sofort auf dem Kita-Ser­ver abruf­bar sind:

https://kita.rlp.de/de/themen/kita-gesetz/erlaeuternde-kurzvideos-zum-kitag/

The­men sind:

  • Das Sozi­al­recht­li­che Dreieck
  • Die Bedarfs­pla­nung
  • Das Sozi­al­raum­bud­get
  • Inklu­si­on
  • Per­so­nal­be­mes­sung und Personalberechnung
  • Die Per­so­na­li­sie­rung der Kin­der im Altern von zwei Jahren
  • Lei­tungs­de­pu­ta­te
  • Mit­tags­zeit als Teil des Rechtsanspruches
  • Der Kita-Bei­rat
  • Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung, Fort­bil­dung und Fachberatung
  • Eva­lua­ti­on
  • Die Betriebs­er­laub­nis (BE) einer Kita

Mit die­sen Vide­os kön­nen sich jetzt auch wir Eltern­ver­tre­te­rin­nen und Eltern­ver­tre­ter noch bes­ser fit machen für die Dis­kus­sio­nen bei der Umset­zung in die Praxis.

NACHBERICHT ZUM INFOABEND AM 28.01.2021

Pressemitteilungen

Zur Online-Info-Ver­an­stal­tung zum The­ma “Kin­der­be­treu­ung in Kitas zur Coro­na-Zeit” am 28.01.2021 hat­ten sich über 300 Inter­es­sier­te ange­mel­det, dar­un­ter auch eini­ge bekann­te Poli­ti­ker der Regi­on. Die Ver­an­stal­tung war von 20 bis 22 Uhr kon­stant von über 200 Per­so­nen besucht. Aus­ge­rich­tet wur­de der Abend vom Kreis­eltern­aus­schuss (KEA) SÜW sowie drei Eltern­ver­tre­tern aus den Nach­bar­krei­sen Bad Dürk­heim und Germersheim.

Fol­gen­de The­men stan­den auf der Agenda:

Fran­zö­si­sche Sprach­för­de­rung: Die Eltern­in­itia­ti­ve „Ler­ne die Spra­che des Nach­barn“ aus Dör­ren­bach und Ober­ot­ter­bach stell­te ihr Anlie­gen „Kein au revoir für unse­re fran­zö­si­schen Sprach­för­der­kräf­te“  vor und bekam Zuspruch aus der grenz­na­hen Eltern­schaft. Auf eine geplan­te Ver­an­stal­tung am 25.02. wird hin­ge­wie­sen (mail@initiative-lsn.de).

Betreu­ung in Kitas zu Coro­na-Zei­ten: Hier gab es Erklä­run­gen zu fol­gen­den Punk­ten: Was bedeu­tet Regel­be­trieb bei drin­gen­dem Bedarf? Wie gehe ich mit Krank­heits­sym­pto­men um? Wann ist ein Covid-19-Test ange­ra­ten und wer ent­schei­det das? Wie funk­tio­niert die Erwei­te­rung des Kin­der­kran­ken­gel­des, wel­ches nun auch für gesun­de Kin­der, z.B. bei Ein­schrän­kung der Kita-Betreu­ung, für bis zu 20 Tage je Eltern­teil oder 40 Tage bei Allein­er­zie­hen­den gilt?

Eltern­mit­wir­kung: Es wur­den ent­spre­chen­de Ele­men­te des neu­en Kita­ge­set­zes vor­ge­stellt, z.B. der neue Kita-Bei­rat sowie das förm­li­che Beschwer­de­ver­fah­ren. Die Rele­vanz, Auf­ga­ben und Mög­lich­kei­ten von Kreis­eltern­aus­schüs­sen wur­den erör­tert. So set­zen sich die über­ört­li­chen Eltern­ver­tre­tun­gen aktu­ell für das Aus­set­zen von Kita-Bei­trä­gen und gegen den Weg­fall von Ganz­tags­plät­zen in den Kitas ein.

Feh­len­de Kreis­eltern­aus­schüs­se: The­ma­ti­siert wur­den auch die feh­len­den KEAs in den Nach­bar­krei­sen DÜW und GER. Zumin­dest für DÜW sind nun Neu­wah­len ange­kün­digt, es gibt auch schon zahl­rei­che Inter­es­sen­ten für eine Mit­ar­beit. Es zeigt sich: In der Coro­na-Zeit und dem Über­gang zum neu­en Kita-Gesetz sind akti­ve Kreis­eltern­aus­schüs­se wich­ti­ger denn je!

Aus­führ­li­che­rer Bericht zur Ver­an­stal­tung sie­he hier: Link.