HINSCHAUEN BLEIBT WICHTIG

Kin­der­schutz ist kei­ne Auf­ga­be, die erst dann beginnt, wenn ein kon­kre­ter Ver­dacht im Raum steht. Er ist viel­mehr Teil des päd­ago­gi­schen All­tags und basiert auf Auf­merk­sam­keit, Ver­ant­wor­tung und einer Kul­tur des Hin­schau­ens. Kin­der brau­chen Erwach­se­ne, die ihre Signa­le wahr­neh­men, Beob­ach­tun­gen ernst neh­men und bereit sind, Fra­gen zu stel­len, wenn ihnen etwas merk­wür­dig erscheint.

Gera­de in her­aus­for­dern­den Zei­ten ist es wich­tig, die­sen Grund­satz nicht aus den Augen zu ver­lie­ren. Wenn Ver­dachts­fäl­le öffent­lich dis­ku­tiert wer­den oder Gerichts­ver­fah­ren nicht zu einer Ver­ur­tei­lung füh­ren, ent­steht bei man­chen Men­schen Unsi­cher­heit. Eltern fra­gen sich, ob sie ihre Beob­ach­tun­gen über­haupt äußern sol­len. Fach­kräf­te befürch­ten mög­li­cher­wei­se, Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zu Unrecht zu ver­däch­ti­gen oder Kon­flik­te im Team aus­zu­lö­sen. Doch Kin­der­schutz darf nicht an die­ser Unsi­cher­heit scheitern.

Hin­schau­en bedeu­tet nicht, Schuld fest­zu­stel­len. Es bedeu­tet viel­mehr, Auf­fäl­lig­kei­ten wahr­zu­neh­men und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Nie­mand erwar­tet von Eltern oder Fach­kräf­ten, Bewei­se zu sam­meln oder Situa­tio­nen abschlie­ßend zu beur­tei­len. Ent­schei­dend ist, Beob­ach­tun­gen ernst zu neh­men und die dafür vor­ge­se­he­nen Wege zu nut­zen. Nur dann kön­nen Fach­stel­len, Lei­tungs­kräf­te oder ande­re zustän­di­ge Per­so­nen eine Situa­ti­on ange­mes­sen prü­fen und bewerten.

Dabei kommt den Teams in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen eine beson­de­re Rol­le zu. Aktu­el­le Unter­su­chun­gen der Ber­tels­mann Stif­tung zei­gen, dass die Qua­li­tät der Zusam­men­ar­beit in Teams maß­geb­lich zum Schutz und Wohl­be­fin­den von Kin­dern bei­trägt. Wo päd­ago­gi­sche Hal­tun­gen gemein­sam reflek­tiert wer­den, wo Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen offen mit­ein­an­der spre­chen kön­nen und wo Rück­mel­dun­gen nicht als Angriff, son­dern als Bei­trag zur Qua­li­tät ver­stan­den wer­den, sinkt das Risi­ko für pro­ble­ma­ti­sches Ver­hal­ten gegen­über Kin­dern deutlich.

Die Stu­die macht zugleich deut­lich, dass vie­le Fach­kräf­te Unsi­cher­hei­ten erle­ben, wenn sie Situa­tio­nen beob­ach­ten, in denen Kin­der mög­li­cher­wei­se geschützt wer­den müss­ten. Häu­fig fällt es schwer, Beob­ach­tun­gen rich­tig ein­zu­ord­nen oder eine Kol­le­gin bezie­hungs­wei­se einen Kol­le­gen anzu­spre­chen. Umso wich­ti­ger sind Teams, in denen Ver­trau­en herrscht und in denen fach­li­che Fra­gen offen dis­ku­tiert wer­den kön­nen. Kin­der­schutz gelingt nicht durch Schwei­gen, son­dern durch pro­fes­sio­nel­le Auseinandersetzung.

Eben­so braucht es Lei­tungs­kräf­te, die eine kon­struk­ti­ve Feed­back- und Feh­ler­kul­tur för­dern. Wo es mög­lich ist, Unsi­cher­hei­ten anzu­spre­chen, unter­schied­li­che Sicht­wei­sen zu dis­ku­tie­ren und gemein­sam nach Lösun­gen zu suchen, ent­ste­hen siche­re Räu­me für Kin­der und Erwach­se­ne glei­cher­ma­ßen. Eine Kul­tur des Hin­schau­ens schützt nicht nur Kin­der. Sie unter­stützt auch Fach­kräf­te dar­in, ihre Ver­ant­wor­tung pro­fes­sio­nell wahr­zu­neh­men und ent­las­tet die­je­ni­gen, die mit schwie­ri­gen Beob­ach­tun­gen nicht allein blei­ben möchten.

Als Kreis­eltern­aus­schuss möch­ten wir Eltern und Fach­kräf­te ermu­ti­gen, sich nicht von schwie­ri­gen Erfah­run­gen oder öffent­li­chen Dis­kus­sio­nen ent­mu­ti­gen zu las­sen. Kin­der­schutz lebt von Men­schen, die auf­merk­sam blei­ben, Fra­gen stel­len und Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Nicht jeder Ver­dacht bestä­tigt sich. Nicht jede Beob­ach­tung führt zu einer Kin­des­wohl­ge­fähr­dung. Doch jedes ernst gemein­te Hin­schau­en trägt dazu bei, dass Kin­der auf Erwach­se­ne ver­trau­en kön­nen, die ihre Inter­es­sen und ihr Wohl­erge­hen in den Mit­tel­punkt stellen.

Eine star­ke Kin­der­schutz­kul­tur ent­steht dort, wo Eltern, Fach­kräf­te, Lei­tungs­kräf­te und Trä­ger gemein­sam Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Sie ent­steht dort, wo Beob­ach­tun­gen aus­ge­spro­chen wer­den dür­fen, wo Beden­ken gehört wer­den und wo das Wohl der Kin­der immer wich­ti­ger ist als die Sor­ge vor unan­ge­neh­men Gesprä­chen. Des­halb bleibt die wich­tigs­te Bot­schaft: auf­merk­sam blei­ben, mit­ein­an­der spre­chen und wei­ter­hin hin­schau­en. Denn genau das ist geleb­ter Kinderschutz.

EIN RUNDUM TOLLER TAG FÜR GROß UND KLEIN

Am 16. August 2026 fand auf dem Sport­ge­län­de des TSV For­tu­na Bil­lig­heim-Ingen­heim das gro­ße Spiel­fest des Kreis­ju­gend­am­tes Süd­li­che Wein­stra­ße statt. Bei bes­tem Wet­ter erwar­te­te die klei­nen und gro­ßen Gäs­te ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit Spiel, Bewe­gung und vie­len tol­len Mit­ma­ch­an­ge­bo­ten – und wir vom Kreis­eltern­aus­schuss Süd­li­che Wein­stra­ße (KEA SÜW) waren mittendrin. 

Für die Kin­der gab es unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten zum Spie­len, Stau­nen und Aus­pro­bie­ren: Klet­ter­wand, Schlit­ten­rut­sche, Fris­bee-Golf, Was­ser­spie­le und Zau­be­rei sorg­ten für jede Men­ge Spaß. Auch Poli­zei, Feu­er­wehr und THW waren vor Ort. Beson­ders span­nend war es für vie­le Kin­der, ein­mal auf einem ech­ten Poli­zei­mo­tor­rad Platz zu neh­men und sogar einen eige­nen Poli­zei­aus­weis zu bekom­men. Hoch hin­aus ging es an der Klet­ter­wand – und natür­lich war auch für das leib­li­che Wohl bes­tens gesorgt. 

An unse­rem KEA-Stand wur­de es dann rich­tig bunt: Mit Kin­der­schmin­ken und Glit­zer­tat­toos ver­wan­del­ten wir klei­ne Gesich­ter und Arme in bun­te Kunst­wer­ke. Regen­bo­gen, Prin­zes­sin­nen, Feen, Kat­zen, Tiger, Mäu­se, Spi­der­man und vie­le wei­te­re Moti­ve waren gefragt. Leuch­ten­de Kin­der­au­gen, glit­zern­de Arme und ganz viel Freu­de – genau dafür hat sich unser Ein­satz gelohnt!


Unser Stand war den gan­zen Tag über gut besucht und wir haben uns beson­ders über die vie­len net­ten Gesprä­che mit Eltern, Fami­li­en und natür­lich den klei­nen Besu­chern gefreut. Vie­len Dank für euren Besuch, die schö­nen Begeg­nun­gen und den tol­len Aus­tausch! Für uns war es ein rund­um gelun­ge­ner Tag mit viel Kin­der­la­chen, Bewe­gung und
Begeg­nung. So macht Ehren­amt Spaß!

HITZESCHUTZ IN KITAS — VERANTWORTUNGSVOLL DURCH HEIßE TAGE

Es geht heiß her in den Kitas — aktu­ell ins­be­son­de­re auf­grund der bei­na­he uner­träg­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren. Für die Erwach­se­nen stel­len die­se Extrem­tem­pe­ra­tu­ren eine Her­aus­for­de­rung dar. Noch emp­find­li­cher gegen­über die­ser Hit­ze sind aller­dings die Kin­der. Extrem hohe Som­mer­tem­pe­ra­tu­ren erfor­dern daher in Kin­der­ta­ges­stät­ten ein sorg­sa­mes Abwä­gen zwi­schen dem Gesund­heits­schutz der Kin­der, den gesetz­li­chen Vor­ga­ben des Arbeits­schut­zes und der Ver­läss­lich­keit für berufs­tä­ti­ge Fami­li­en. Da der Orga­nis­mus von Klein­kin­dern Hit­ze noch nicht opti­mal regu­lie­ren kann, gel­ten an hei­ßen Tagen beson­de­re Ver­hal­tens­re­geln und Schutzmaßnahmen. 

Auch die Ver­kür­zung von Öff­nungs­zei­ten kann dabei ein erfor­der­li­ches Mit­tel sein, um das Wohl der Kin­der (und auch des Per­so­nals) zu gewähr­leis­ten. Die Ver­ant­wor­tung hier­für liegt immer beim Trä­ger der Ein­rich­tung. Dabei gilt aber der Grund­satz, dass zunächst orga­ni­sa­to­ri­sche und tech­ni­sche Maß­nah­men ergrif­fen wer­den müs­sen, um die Belas­tung zu sen­ken. Die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) und das Arbeits­stät­ten­recht (Arb­StättV) geben kla­re Grenz­wer­te vor. Erst bei extre­men Innen­tem­pe­ra­tu­ren von über 35 °C gel­ten Räu­me recht­lich als nicht mehr nutz­bar. Dass es bereits weit vor Errei­chung die­ses Grenz­wer­tes eine Her­aus­for­de­rung ist, den All­tag in der Kita zu ver­brin­gen, steht außer Fra­ge. Daher muss der Trä­ger sei­ner Ver­ant­wor­tung recht­zei­tig nach­kom­men und best­mög­lich für Min­de­rung der Belas­tung sor­gen. Laut Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung sol­len bereits ab 26°C Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, ab 30°C sind die­se ver­pflich­tend. Ers­te Maß­nah­me darf nie­mals eine Ver­kür­zung der Öff­nungs­zei­ten sein, schon gar nicht über einen län­ge­ren Zeit­raum hinweg.

Gleich­zei­tig ist zu berück­sich­ti­gen, dass Kin­der auch außer­halb der Kita den hohen Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­setzt sind. Eine Ver­kür­zung der Betreu­ungs­zei­ten führt daher nicht auto­ma­tisch zu einer Ent­las­tung im Sin­ne des Gesund­heits­schut­zes. Viel­mehr kann die Situa­ti­on für man­che Fami­li­en sogar her­aus­for­dern­der wer­den, wenn geeig­ne­te küh­le­re Räu­me oder Betreu­ungs­mög­lich­kei­ten zu Hau­se nicht in glei­chem Maße vor­han­den sind. Umso wich­ti­ger ist es, inner­halb der Ein­rich­tun­gen durch geeig­ne­te Maß­nah­men best­mög­lich für Abküh­lung, Schutz und Struk­tur zu sor­gen und dadurch einen ver­läss­li­chen und siche­ren Rah­men für die Kin­der zu gewährleisten.

Zum The­ma Hit­ze­schutz ist zahl­rei­ches Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al im Inter­net vor­han­den. Anbei eini­ge Links zu hilf­rei­chen Web­sei­ten offi­zi­el­ler Stel­len. In den ein­zel­nen Arti­keln fin­den sich auch Tipps & Ver­wei­se auf geeig­ne­te Maß­nah­men und die recht­li­chen Grundlagen.

Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um:
Rat­ge­ber für Kitas, Grund­schu­len und Eltern: Hit­ze, UV-Strah­lung, Luft­schad­stof­fe, All­er­ge­ne, Mücken und Schildzecken

Unfall­kas­se RLP:
Info­blatt: Wenn’s heiß her­geht: Tipps bei hohen Raum­tem­pe­ra­tu­ren in Schu­le und Kita

Unfall­kas­se NRW
Son­nen­schutz — Siche­re Kita

Bun­des­amt für Strah­len­schutz:
Son­nen­schutz für Kin­der im Kin­der­gar­ten Hand­rei­chung für Erzieher/innen

Wir als Eltern­ver­tre­tung schlie­ßen uns unein­ge­schränkt dem Kita-Fach­kräf­te­ver­band RLP an:
Man­geln­der Hit­ze­schutz in der Kita? — Kita­fach­kräf­te­ver­band RLP