Verhandlungen über Kita-Rahmenvereinbarung gescheitert!!

Wor­um geht es?

Ver­ant­wort­lich für ein bedarfs­ge­rech­tes Ange­bot der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung sind die Kom­mu­nen. Ihre Gesamt­ver­ant­wor­tung schließt die finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung ein. Zur Erfül­lung die­ser Auf­ga­be kön­nen und sol­len sie auf freie Trä­ger (z.B. die Kir­che) zurück­grei­fen. Wenn ein frei­er Trä­ger den Betrieb der Kita über­nimmt, muss jeweils gere­gelt wer­den, wie viel Geld er und wie viel Geld die Kom­mu­ne ein­bringt, ins­be­son­de­re für Per­so­nal- und Sach­kos­ten. Um die­se Ver­hand­lun­gen zu erleich­tern, sieht das Kita-Gesetz vor, dass eine Rah­men­ver­ein­ba­rung zwi­schen den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den (als Ver­tre­ter für die Kom­mu­nen) und den Lan­des­ver­bän­den der frei­en Trä­ger getrof­fen wer­den soll, in der lan­des­weit gere­gelt wird, zum Bei­spiel wel­chen Anteil die Kom­mu­nen und wel­chen die frei­en Trä­ger für Per­so­nal- und Sach­kos­ten über­neh­men. Die­se Rah­men­ver­ein­ba­rung wäre die Grund­la­ge für (ergän­zen­de) Ver­ein­ba­run­gen auf ört­li­cher Ebe­ne, die sich zum Bei­spiel auf die spe­zi­el­le bau­li­che Situa­ti­on oder auf die kon­kre­ten Ener­gie­kos­ten vor Ort bezie­hen könn­ten. Sie kann so die Leis­tungs- und Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung vor Ort zwi­schen ört­li­chem Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe und frei­em Ein­rich­tungs­trä­ger vor­struk­tu­rie­ren und erleichtern.

Nach fast zwei Jah­ren Ver­hand­lung konn­te kei­ne Eini­gung zwi­schen den Ver­hand­lungs­part­nern gefun­den werden.

Was bedeu­tet dies?

Der Abschluss der Rah­men­ver­ein­ba­rung wäre eine Arbeits­er­leich­te­rung vor Ort gewe­sen, ist aber kei­ne zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für den Abschluss der jewei­li­gen Ver­ein­ba­run­gen. Jetzt muss jedes Jugend­amt vor Ort mit sei­nen Ein­rich­tungs­trä­gern ein­zel­ne Ver­ein­ba­run­gen über den kon­kre­ten Kita- Betrieb vor Ort füh­ren, ver­han­deln und abschließen.

Kon­kret geht es dabei aktu­ell ins­be­son­de­re auch um The­men wie den Aus- und Anbau der Kitas, um aus­rei­chend bedarfs­ge­rech­te Betreu­ungs­plät­ze zu gewähr­leis­ten, aber auch die Finan­zie­rung von Per­so­nal und z.B. Ver­tre­tungs­kräf­ten. In den letz­ten Jah­ren wur­de vie­ler­orts auf die lan­des­wei­te Ver­ein­ba­rung gewar­tet und sich dar­auf beru­fen, dass auf Kreis- oder Stadt­ebe­ne kei­ne Ver­hand­lun­gen zwi­schen Trä­ger und Jugend­amt statt­fin­den könn­ten, solan­ge kei­ne Lan­des­wei­te Eini­gung erzielt wur­de. Hier­durch gerie­ten vie­le The­men ins Sto­cken und wur­den nicht vor­an­ge­trie­ben. Dar­aus folg­ten nicht sel­ten Ein­schrän­kun­gen bei der Betreu­ungs­dau­er, ins­be­son­de­re aber auch der Betreu­ungs­qua­li­tät der Kin­der. Nicht zuletzt sind die­se Umstän­de auch für das Kita-Per­so­nal sehr belas­tend. Die Finan­zie­rungs­fra­ge wird somit auf dem Rücken von Eltern, Kita-Per­so­nal und den Kin­dern ausgetragen!

Nach­dem nun klar ist, dass es in abseh­ba­rer Zeit kei­ne lan­des­wei­te Rege­lung geben wird, sind die Ver­tre­ter der frei­en Trä­ger sowie die jeweils zustän­di­ge Ver­wal­tung mit ihren Jugend­äm­tern in der Pflicht, schnellst­mög­lich in die Ver­hand­lung zu gehen und eine Eini­gung über den Kos­ten­an­teil der Trä­ger zu fin­den! Ohne die­se Eini­gung sind wei­te­re nega­ti­ve Fol­gen für die Kitas, bis hin zur Schlie­ßung gan­zer Ein­rich­tun­gen, nicht aus­ge­schlos­sen und man­cher­orts schon sehr wahrscheinlich!

Hier­zu ergän­zen­de Presseartikel:

Gesprä­che über Kita-Rah­men­ver­ein­ba­rung in RLP geschei­tert — SWR Aktuell

Hier fin­den Sie ein Fak­ten­pa­pier des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums zu die­sem Thema:

Wichtige Schritte gegen Fachkräftemangel in Kitas laufen an – LEA begrüßt schnelles Handeln der Landesregierung

Mit einer Ver­ord­nungs­än­de­rung reagiert das Land auf die mas­si­ven Per­so­nal­eng­päs­se in Kitas und gibt damit die Mög­lich­keit Assis­tenz- und Ver­tre­tungs­kräf­te effek­ti­ver einzusetzen.

Die Vor­sit­zen­de des Lan­des­el­tern­aus­schus­ses der Kitas in RLP (LEA) Karin Graeff freut sich über die Ände­run­gen: „Damit erfüllt das Land eine zen­tra­le For­de­rung aus dem Posi­ti­ons­pa­pier des LEA zur Bekämp­fung des Fach­kräf­te­man­gels. Das ist ein wich­ti­ger Schritt in die rich­ti­ge Richtung.“

Der Fach­kräf­te­man­gel droht das Sys­tem zu spren­gen. Die Belas­tun­gen für das noch vor­han­de­ne Per­so­nal sind mas­siv. Der LEA hat schnel­le Lösun­gen gefor­dert, die eine spür­ba­re Ent­las­tung vor Ort brin­gen. Und genau das hat die Lan­des­re­gie­rung getan. Mit der Ände­rung der Aus­füh­rungs­ver­ord­nung zum neu­en Kita-Gesetz wer­den gleich zwei wich­ti­ge Hebel in Bewe­gung gesetzt:

Zum einen kön­nen Assis­tenz­kräf­te nun gemein­sam mit einer Fach­kraft die Auf­sicht in einer Kita-Grup­pe füh­ren. Bis­her muss­ten es immer zwei Fach­kräf­te sein. „So ist der Ein­satz von Assis­tenz­kräf­ten nicht län­ger mit dem Druck ver­bun­den bereits genug Fach­kräf­te im Ein­satz zu haben.“, erläu­tert Graeff.

Zum ande­ren sol­len Ver­tre­tungs­kräf­te län­ger als sechs Mona­te beschäf­tigt wer­den kön­nen. Nor­ma­ler­wei­se müs­sen die Trä­ger inner­halb die­ser Frist eine Fach­kraft gefun­den und ein­ge­stellt haben. „Von Stel­len, die nur ein hal­bes Jahr unbe­setzt blei­ben, kön­nen wir oft nur träu­men. Ver­tre­tungs­kräf­ten kommt in die­sen Zei­ten vie­ler­orts eine sys­tem­er­hal­ten­de Rol­le zu.“, erklärt die LEA-Vorsitzende.

Die bis­he­ri­gen Rege­lun­gen waren unter nor­ma­len Umstän­den sehr sinn­voll. In den Kitas sol­len hoch­qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te arbei­ten. Aber im Fach­kräf­te­man­gel ist nichts nor­mal. „Es geht hier nicht dar­um Qua­li­täts­dum­ping zu betrei­ben, son­dern schnellst­mög­lich ech­te Ent­las­tun­gen zu errei­chen.“, stellt Graeff klar und for­dert eine schnel­le Anwen­dung der Ände­rungs­ver­ord­nung durch die Kita-Träger.

„Die Rich­tung stimmt! Jetzt dür­fen wir aber nicht nach­las­sen und müs­sen mit glei­chem Tem­po wei­ter­ma­chen.“, ver­langt Karin Graeff. „Das vom LEA gefor­der­te Akti­ons­fo­rum steht bereits in den Start­lö­chern. Dort kom­men die Ver­ant­wor­tungs­trä­ger auf Spit­zen­ebe­ne zusam­men, sich­ten die Lage und eini­gen sich auf eine gemein­sa­me Marsch­rich­tung. Wenn hier tat­säch­lich alle an einem Strang zie­hen, wer­den wir eini­ges für die Kitas und unse­re Kin­der erreichen.“

Die ent­spre­chen­de Ver­ord­nungs­än­de­rung fin­den Sie hier:

https://www.landesrecht.rlp.de/bsrp/document/jlr-KTagStGAVRP2021V2P2

Die­se ist ab sofort gül­tig und kann / soll umge­setzt werden!

INTERAKTIVES PLANSPIEL ZUM KITA-BEIRAT ZEIGT ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN AUF

Mit Geduld und gutem Wil­len – gemein­sam für eine gute Kita

Am 06. Mai 2022 fand das inter­ak­ti­ve Plan­spiel „Kita-Bei­rat – War­um und wie? Aus­ge­stal­tung in der Pra­xis“ statt, das vom Insti­tut für Bil­dung, Erzie­hung und Betreu­ung in der Kind­heit (IBEB) mit Unter­stüt­zung der Kreis­eltern­aus­schüs­se Bad Dürk­heim (KEA DÜW), Ger­mers­heim (KEA GER) und Süd­li­che Wein­stra­ße (KEA SÜW) aus­ge­rich­tet wurde.

Sis­si West­rich (Minis­te­ri­um für Bil­dung), Prof. Dr. Armin Schnei­der (IBEB) und Andre­as Win­hel­ler (Lan­des­el­tern­aus­schuss) erläu­ter­ten ein­lei­tend die Not­wen­dig­keit der im Kita-Gesetz ver­an­ker­ten und somit recht­lich bin­den­den Vor­ga­be zur Eta­blie­rung einer flä­chen­de­cken­den Betei­li­gungs­kul­tur in den rhein­land-pfäl­zi­schen Kitas. So sei die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der Per­spek­ti­ve der Kin­der sowie die breit­ge­fä­cher­te Betrach­tung der Per­spek­ti­ven aller Ver­tre­ter­grup­pen der Verantwortungs­gemein­schaft in einem päd­ago­gi­schen Dis­kurs ein wich­ti­ges Mit­tel zur Schaf­fung glei­cher Qualitätsstandards.

In einem Pra­xis­bei­spiel ange­deu­te­te Ent­wick­lungs­po­ten­tia­le für die ver­schie­de­nen Ver­tre­ter­grup­pen haben sich in dem Plan­spiel noch­mals ver­deut­licht. So hat die Trä­ger­ver­tre­tung nicht nur die Gesamt­ver­ant­wor­tung für die Ein­rich­tung und die finan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen, son­dern trägt auch Sor­ge dafür, dass in der Sit­zung alle Stim­men gehört wer­den. Idea­ler­wei­se unter­stützt das auf Vor­schlag der Eltern­ver­tre­tung gewähl­te stell­ver­tre­ten­de vor­sit­zen­de Mit­glied in einer Tan­dem­mo­de­ra­ti­on bei die­ser her­aus­for­dern­den Rol­le. Beson­ders deut­lich wur­den die Rele­vanz der Prä­senz­sit­zung für die Ein­bin­dung aller Ver­tre­ter­grup­pen sowie eine adäqua­te Vor­be­rei­tungs­pha­se inner­halb der Ver­tre­ter­grup­pen für eine recht­lich bin­den­de Beschlussfassung.

Der Kita-Bei­rat muss sich als neu­es Gre­mi­um eta­blie­ren, dies ist für alle Ver­tre­ter­grup­pen ein Lern­pro­zess. Sich in der jewei­li­gen Rol­le ein­zu­fin­den, und sich ins­be­son­de­re als Kita-Lei­tung oder Fach­kraft für die Kin­der­per­spek­ti­ve (FaKiB) von der all­täg­li­chen Funk­ti­on als päd­ago­gi­sche Fach­kraft abzu­gren­zen, erfor­dert Übung. Die Durch­füh­rung von mehr als einer Kita-Bei­rats­sit­zung im Jahr kann daher dazu bei­tra­gen, Selbst­ver­trau­en zu gewin­nen und eine regel­mä­ßi­ge, offe­ne und wohl­wol­len­de Dis­kus­si­ons­kul­tur zum Woh­le der Kin­der zu festigen.