Als KREISELTERNAUSSCHUSS SÜDLICHE WEINSTRASSE – KEA SÜW – vertreten wir als ehrenamtliches, gewähltes, überörtliches Gremium die Belange der Kinder, Eltern und jungen Familien gegenüber allen Akteuren im Kita-Umfeld.
Der Landeselternausschuss der Kitas in RLP (LEA) fordert die Landesregierung auf, unverzüglich einen Sondergipfel der Kita-Fachverbände einzuberufen, um eine Strategie gegen den sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangel in den Kitas zu entwickeln. „Die Situation ist dramatisch und sie wird von Tag zu Tag schlimmer. Wenn wir jetzt nicht schnell handeln, bahnt sich eine Betreuungskatastrophe an“, so LEA-Vorsitzender Andreas Winheller nach der Delegiertenversammlung des LEA Ende letzter Woche.
Am Donnerstag, den 28. April 2022 haben die über 50 Delegierten der Kreis- und Stadtelternausschüsse einstimmig das Positionspapier „Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel“ beschlossen. In diesem Papier (hier als PDF-Datei zum Download) wird die dramatische Lage offen und ehrlich beschrieben und ein Konzept für eine Lösungsstrategie dargestellt.
An der kreisübergreifenden Veranstaltung „Kita-Beirat – Warum noch ein Gremium?“ der Kreiselternausschüsse Bad Dürkheim (KEA DÜW), Germersheim (KEA GER), Mainz-Bingen (KEA MZ-BIN), Mayen-Koblenz (KEA MYK) und Südliche Weinstraße (KEA SÜW) haben am 11.03.2022 rund 100 Interessierte aus zwölf Landkreisen in Rheinland-Pfalz teilgenommen.
„Wir sind hocherfreut, dass sich sowohl Eltern mit und ohne Funktion im Beirat als auch Kita-Leitungen und Trägervertreter für dieses Spezialthema interessieren“, begrüßte Carlos Pereira vom KEA MZ-BIN die Teilnehmer. Außerdem stellte er die Teilnehmerstatistik vor, welche im Rahmen der Anmeldung erfasst wurde. Besonders interessant in diesem Zusammenhang war, dass gut 1/3 der angemeldeten Teilnehmer keine direkte Rolle im Kita-Beirat haben.
„Der Beirat ist ein gemeinsamer Ort der Beratung und des Diskurses“, klärte Christian Strecker vom KEA SÜW auf. Es gehe nicht darum Kompromisse zu finden, bei denen alle Seiten Abstriche machen müssen. Vielmehr sei das Ziel, „durch ein Gespräch auf Augenhöhe eine gemeinsame Empfehlung zu erarbeiten, die von allen Teilnehmern mitgetragen wird.“ Am Ende des Diskursprozesses soll immer ein Konsens unter Berücksichtigung der Kinderperspektive angestrebt werden. In der Realität wird ein Konsens nicht immer möglich sein, dennoch soll es als gemeinsames Ziel die Zusammenarbeit prägen.
Julia Stock vom KEA GER grenzte den Beirat von den Elternmitwirkungsgremien Elternversammlung und Elternausschuss (EA) ab. Hierbei fällt die eindeutige Zuordnung der Themen zu Kita-Beirat oder EA teilweise schwer, da es eine große Schnittmenge gibt. Eindeutiger Unterschied ist, dass im Kita-Beirat der spezielle Fokus auf die Interessen der Kinder gelegt wird. Diese sind zwar im Rahmen von EA-Sitzungen durch die Teilnahme der Eltern zwar auch vertreten, im Kita-Beirat allerdings wird die Relevanz der Kinder-Ansichten durch die speziell geschulte Fachkräfte (FaKiB) nochmals unterstrichen. Daniela Gedenk vom KEA MYK stellte dann Themen und Inhalte, wie z.B. die „dauerhafte Veränderungen zur Erziehungsarbeit oder Angebotsstruktur“ anhand von Praxisbeispielen vor. Hier wurde nochmals deutlich, dass der Kita-Beirat nicht losgelöst vom Elternausschuss agiert, sondern gemeinsam in der Vor- und Nachbereitung der Beirats-Sitzungen aktiv werden muss.
Jenny Fries vom KEA MYK erläuterte die verschiedenen Rollen der Verantwortungsgemeinschaft Kita, zu welcher Träger, Kita-Leitung, pädagogische Fachkräfte und die Eltern gehören. Besonders viele Fragen gab es zur FaKiB, der Fachkraft für die Kinderperspektive im Kita-Beirat. Es wurde auf die Stimmanteile der verschiedenen Interessensgruppen eingegangen und deren Aufgaben erläutert.
Die Moderation der Veranstaltung übernahm Gordon Amuser vom KEA DÜW. Er beantwortete ebenfalls die vielen Fragen zu den organisatorischen Aspekten. Bisher agiere man auch in der überörtlichen Elternmitwirkung noch zum Großteil ohne Erfahrung, da vielerorts noch keine Beiratssitzungen stattgefunden haben. Lediglich etwas mehr als 20% der angemeldeten Kita-Beirats-Mitglieder hatten bisher eine Sitzung. Zwei Drittel empfanden diese als “gut” oder “sehr gut”. Er hofft aber, „dass wir mit unserer heutigen Veranstaltung zu einem Gelingen des Beirats in vielen Kitas in Rheinland-Pfalz beitragen konnten.“
Die Veranstalter bedanken sich nochmals für das große Interesse und die rege Diskussion der Teilnehmer und freuen sich über weitere Erfahrungsberichte aus den Kita-Beiräten in ihren Landkreisen.
An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis auf das interaktive Planspiel des Institutes für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit (IBEB). Gemeinsam mit den KEAs aus DÜW, GER und dem StEA NW bietet der KEA SÜW die Teilnahme an dieser Veranstaltung an. Die Plätze sind auf 20 Teilnehmer je Interessengruppe beschränkt.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung zur Veranstaltung finden Sie hier:
Planspiel „Kita-Beirat – Warum und wie? Ausgestaltung in der Praxis“
Mit Inkrafttreten des KiTa-Gesetzes am 01.07.21 wurde ein neues Gremium geschaffen, das die Elternmitwirkung in Rheinland-Pfalz weiter stärkt. Anders als im Elternausschuss, der ausschließlich ein Spiegel der Elternschaft der Tageseinrichtung ist, sieht der Kita-Beirat Vertreter aller Handelnden der „Verantwortungsgemeinschaft Kita“ vor.
Träger, Kita-Leitung, pädagogische Fachkräfte und Eltern sollen gemeinsam und in einer offenen Kommunikation dauerhafte Veränderungen der Erziehung, Bildung und Betreuung ihrer Tageseinrichtung diskutieren. Auch die Perspektive der Kinder, vertreten durch eine weitere pädagogische Fachkraft, soll bei den zu beschließenden Empfehlungen mit einfließen.
Was bringt uns der Kita-Beirat?
Wie grenzt sich der Kita-Beirat zum Elternausschuss ab?
Welche Themen werden im Kita-Beirat besprochen?
Welcher Arbeitsaufwand erwartet die Mitglieder des Kita-Beirats?
Diese und viele weitere Fragen stellen sich gerade vor allem Elternvertreter flächendeckend in Rheinland-Pfalz. Die Kreiselternausschüsse Bad Dürkheim, Germersheim, Mainz-Bingen, Mayen-Koblenz und Südliche Weinstraße laden daher alle Interessierten zu einer Online-Veranstaltung am Freitag, 11.03.2022, um 20 Uhr ein, um möglichst viele dieser Fragen im Rahmen der Veranstaltung und auch einer offenen Fragerunde zu beantworten. Mitglieder von Kita-Beiräten, die bereits getagt haben, sind besonders herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen mitzuteilen.
Anmeldungen sind ab sofort unter keasuew.de/veranstaltungen möglich. Die Zugangsdaten werden Ihnen im Anschluss zugesandt.
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