NEUES STELLENPORTAL FÜR KITA-PERSONAL

Der Fach­kräf­te­man­gel ist auch in den Kitas der Süd­li­chen Wein­stra­ße gra­vie­rend. Vie­ler­orts sind Ein­schrän­kun­gen bei päd­ago­gi­schen Ange­bo­ten und auch der Betreu­ungs­zei­ten an der Tages­ord­nung. Der Kreis­eltern­aus­schuss Süd­li­che Wein­stra­ße (KEA SÜW) bie­tet nun ein kos­ten­lo­ses Stel­len­por­tal für die Ver­öf­fent­li­chung vakan­ter Stel­len an.

Der KEA SÜW hat als gesetz­li­che Inter­es­sens­ver­tre­tung der Kita-Eltern im Land­kreis unter ande­rem auch die Auf­ga­be, die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Eltern, Kita-Teams und Trä­gern zu för­dern. Im Rah­men die­ser Arbeit wur­de eine Lücke bei der Per­so­nal­ge­win­nung deut­lich: Es gibt kei­ne kos­ten­freie, ein­fa­che und zen­tra­le Mög­lich­keit für Trä­ger, ihre Stel­len­an­zei­gen online ver­füg­bar zu machen. Umge­kehrt fin­den Bewer­ber nur sehr schwer Stel­len­aus­schrei­bun­gen, da die­se häu­fig nur z.B. auf der Home­page des Trä­gers, im Amts­blatt oder den Kir­chen­blät­tern aus­ge­schrie­ben wer­den. Gän­gi­ge Job-Por­ta­le ent­fal­ten im Bereich Kita ihre vol­le Wir­kung eben­falls lei­der nicht.

Der KEA SÜW hat daher eine sol­che Online-Platt­form ein­ge­rich­tet, auf wel­cher Kita-Lei­tun­gen, Trä­ger oder auch Eltern freie Stel­len ihrer Ein­rich­tung ver­öf­fent­li­chen und Bewer­ber nach die­sen suchen kön­nen. Dies umfasst neben päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten auch Haus­wirt­schafts­per­so­nal, Rei­ni­gungs­kräf­te oder Auszubildende.

„Als Eltern­ver­tre­tung haben wir nur sehr ein­ge­schränk­te Mög­lich­kei­ten, auch beim The­ma Fach­kräf­te­man­gel unter­stüt­zend aktiv zu wer­den. Wir hof­fen, mit die­sem Ange­bot den­noch einen klei­nen Bei­trag dazu leis­ten zu kön­nen.“, so Chris­ti­an Stre­cker, Vor­sit­zen­der des Elterngremiums.

Auf den Sei­ten des Stel­len­por­tals fin­den sich auch wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu, wel­che Berufs­grup­pen neben den staatl. Aner­kann­ten Erzie­hern als Fach­kraft in einer Kita arbei­ten können.

Das Stel­len­por­tal ist über das Menü der KEA-Home­page oder direkt unter fol­gen­dem But­ton erreichbar

VERTRETUNGSKRÄFTEPOOL – EIN SCHRECKGESPENST?

Der Per­so­nal­man­gel in den Kitas in Rhein­land-Pfalz ist in aller Mun­de. Aller­dings zeich­net sich lan­des­weit und auch im Kreis SÜW ein sehr inho­mo­ge­nes Bild. Wäh­rend sich man­che Ein­rich­tun­gen seit Mona­ten qua­si per­ma­nent im Maß­nah­men­plan befin­den, beschrän­ken sich ver­kürz­te Öff­nungs­zei­ten und Not­grup­pen in eini­gen Ein­rich­tun­gen auf die weni­gen Tage im Jahr, wo z.B. durch Krank­heits­wel­len ein erheb­li­cher Teil des päd­ago­gi­schen Per­so­nals kurz­fris­tig und gleich­zei­tig aus­fällt. Auch die Umfra­ge das des KEA SÜW zur aktu­el­len Situa­ti­on in den Kitas wies deut­li­che Unter­schie­de nach, was die Häu­fig­keit der Betreu­ungs­ein­schrän­kun­gen betrifft.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN AUSKLAPPEN

Doch wor­an liegt das?
Der Per­so­nal­schlüs­sel einer Kita berech­net sich anhand der Platz­an­zahl der Kita sowie der Betreu­ungs­dau­er der Kin­der. Hier­zu wer­den die Eltern jähr­lich zu ihren Bedürf­nis­sen befragt. Auf Basis der Rück­mel­dun­gen wer­den in einem gemein­sa­men Gespräch zwi­schen Eltern­aus­schuss, Trä­ger, Kita-Lei­tung und Jugend­amt die Öff­nungs­zei­ten defi­niert und das zur Betreu­ung erfor­der­li­che Per­so­nal berech­net. Die­se Berech­nung beinhal­tet kei­ne Abwe­sen­hei­ten durch Krank­heit, Urlaub oder Fort­bil­dung, son­dern stellt das Mini­mum des Per­so­nal­be­darfs da, um alle Kin­der für die gesam­te geplan­te Betreu­ungs­dau­er auf­neh­men zu kön­nen. Der Trä­ger der Ein­rich­tung ist gesetz­lich dazu ver­pflich­tet, die­ses Per­so­nal ganz­jäh­rig bereit zu halten.

Ver­tre­tungs­kräf­te
Aus­ge­fal­le­nes Per­so­nal muss dem­nach immer ersetzt wer­den. Hier kom­men die Ver­tre­tungs­kräf­te ins Spiel. Die­se kön­nen eben­falls Fach­kräf­te, Fach­kräf­te in Assis­tenz oder auch Men­schen ohne päd­ago­gi­sche Aus­bil­dung sein. Um den Per­so­nal­schlüs­sel ganz­jäh­rig auf­recht erhal­ten zu kön­nen, muss ein Kita-Trä­ger also mehr Per­so­nal beschäf­ti­gen, als er für den Betrieb laut Bedarfs­pla­nung zuge­teilt bekommt. Die­ser Mehr­be­darf ist abhän­gig von der durch­schnitt­li­chen Aus­fall­quo­te des Teams und beträgt laut Fach­li­te­ra­tur in der Regel unge­fähr 14–18%.

Ins­be­son­de­re Trä­ger, die ledig­lich über eine ein­zel­ne Kita ver­fü­gen (z.B. kom­mu­na­le Kitas klei­ner Gemein­den wie in SÜW weit ver­brei­tet), haben an die­ser Stel­le Schwie­rig­kei­ten, da ein Per­so­nal­über­hang mit einem gewis­sen finan­zi­el­len Risi­ko ver­bun­den ist: Ver­tre­tungs­kräf­te über dem regu­lä­ren Per­so­nal­schlüs­sel wer­den von Kreis und Land nur dann mit­fi­nan­ziert, wenn sie tat­säch­lich zum Ein­satz kom­men. Ist das Stamm-Team kom­plett, erhält der Trä­ger kei­ne Per­so­nal­kos­ten­zu­schüs­se für die Vertretungskraft.

Sind Ver­tre­tungs­kräf­te­pools bzw. Sprin­ger­pools die Lösung?
Trä­ger gro­ßer Ein­rich­tun­gen und Trä­ger­ver­bän­de mit meh­re­ren Kitas sind hier deut­lich im Vor­teil. Durch den grund­sätz­lich grö­ße­ren Per­so­nal­stamm ist das Risi­ko klei­ner, dass die Ver­tre­tungs­kraft nicht zum Ein­satz kommt. Ins­be­son­de­re wenn Fach­kräf­te ein­rich­tungs­über­grei­fend ein­ge­setzt wer­den, las­sen sich Maß­nah­men­plan und Not­be­treu­ung wei­test­ge­hend ver­mei­den. Doch selbst inner­halb die­ser Trä­ger­ver­bän­de wird nur sel­ten zu die­sem Mit­tel gegrif­fen. Als Begrün­dung wer­den stets die­sel­ben Argu­men­te angeführt:

  • Sprin­ger­pools sind aus päd­ago­gi­scher Sicht nicht sinn­voll, weil die Kin­der mit dem häu­fig wech­seln­den Per­so­nal Schwie­rig­kei­ten haben.
  • Das finan­zi­el­le Risi­ko ist zu groß, wenn Fach­kräf­te aus die­sem Pool nicht zum Ein­satz kommen.
  • Sprin­ger­kräf­te fin­den auch im Team kei­nen Anschluss

Ein Posi­tiv-Bei­spiel: Herx­heim
Dass die­se Befürch­tun­gen zum größ­ten Teil unbe­grün­det sind, wird in der größ­ten Kom­mu­ne im Kreis Süd­li­che Wein­stra­ße ein­drucks­voll bewie­sen. In den vier kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen wer­den aktu­ell rund 420 Kin­der betreut. Die Ver­wal­tung der Kitas in den Orts­ge­mein­den Herx­heim und Herx­heimwey­her mit 25 Plät­zen wird gemäß Gemein­de­ord­nung von der Ver­bands­ge­mein­de Herx­heim über­nom­men. Dort wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine pro­fes­sio­nel­le Trä­ger­struk­tur geschaf­fen, die die ein­zel­nen Ein­rich­tun­gen best­mög­lich unter­stützt und vor­bild­li­che Rah­men­be­din­gun­gen schafft. Auch beim The­ma Ver­tre­tungs­kräf­te sind die Orts­ge­mein­den schlag­kräf­tig auf­ge­stellt: Seit bald zehn Jah­ren wird das Stamm­per­so­nal der Kitas von Sprin­ger­kräf­ten unter­stützt. Das Kon­zept sieht vor, dass jede Sprin­ger­kraft einer bestimm­ten Kita fest zuge­teilt ist, wo sie im Regel­fall auch ihren Arbeits­all­tag ver­bringt. Herrscht in einer Ein­rich­tung aku­te Per­so­nal­knapp­heit, hilft die Sprin­ger­kraft dort aus. Durch den regel­mä­ßi­gen Ein­satz in den Nach­bar-Kitas sind die Sprin­ger­kräf­te bei Kin­dern und Team bes­tens bekannt und voll­stän­dig inte­griert. Berüh­rungs­ängs­te bei den Kin­dern oder Kom­pli­ka­tio­nen in der Zusam­men­ar­beit der Fach­kräf­te exis­tie­ren nicht. Im Gegen­teil: Ins­be­son­de­re die Kin­der freu­en sich über die gele­gent­li­che Abwechs­lung und emp­fin­den es als posi­tiv, wenn die Sprin­ger­kraft aus einer ande­ren Kita in die Grup­pe kommt.
Ins­ge­samt beschäf­ti­gen die Orts­ge­mein­den Herx­heim und Herx­heim­we­hy­er unge­fähr 30–50% der durch­schnitt­li­chen Per­so­nal-Aus­fall­quo­te über dem berech­ne­ten Per­so­nal­schlüs­sel. Die Zahl unter­liegt stän­di­gen Schwan­kun­gen, da die­ser Puf­fer auch bei kurz­fris­tig ent­stan­de­nen, dau­er­haf­ten Aus­fäl­len des Stamm­per­so­nals (z.B. durch Schwan­ger­schaft) zum Tra­gen kommt und posi­ti­ve Effek­te zur Fol­ge hat: Es steht ohne aku­ten Hand­lungs­zwang hin­sicht­lich Per­so­nal­su­che sofort Ersatz zur Ver­fü­gung. Auch die auf­grund der Bedarfs­pla­nung jähr­lich ent­ste­hen­den gering­fü­gi­gen Schwan­kun­gen des Stamm­per­so­nals kön­nen somit ohne Kraft­an­stren­gun­gen kom­pen­siert wer­den. „Ein finan­zi­el­les Risi­ko ent­steht dadurch nicht. Die nicht refi­nan­zier­ten Per­so­nal­kos­ten sind ver­schwin­dend gering“, so David Jochim, der zustän­di­ge Fach­be­reichs­lei­ter der Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung. Ab 30% dau­er­haf­ter Kom­pen­sa­ti­on der aus­fal­len­den Per­so­nal­stun­den sorgt ein Sprin­ger­pool bereits für deut­li­che Ent­las­tung, so die Erfah­rungs­wer­te David Jochims.
Am fik­ti­ven Rechen­bei­spiel zeigt sich, was die­se Zahl bedeu­tet: Ein Zusam­men­schluss von drei Kitas mit ins­ge­samt 175 Plät­zen und einer durch­schnitt­li­chen Per­so­nal­aus­fall­quo­te von 20% könn­te mit rund 1,5 Voll­zeit­äqui­va­len­ten im Sprin­ger­pool die Situa­ti­on für Fach­kräf­te und Eltern bereits spür­bar verbessern.

Die bei­den Orts­ge­mein­den set­zen hier­bei aus­schließ­lich auf unbe­fris­te­te Arbeits­ver­trä­ge. Auch Schwan­ger­schafts­ver­tre­tun­gen wer­den nicht nur für die Dau­er der Schwan­ger­schaft und Eltern­zeit der aus­ge­fal­le­nen Fach­kraft ein­ge­stellt. „Wir haben eine sehr gerin­ge Fluk­tua­ti­on, aber durch län­ge­re Krank­heits­aus­fäl­le, Nach­wuchs oder dem Wunsch nach Ver­än­de­rung der Wochen­ar­beits­zeit ent­steht immer wie­der ein Bedarf. Es gibt für uns kei­nen Grund, Arbeits­ver­trä­ge zu befris­ten.“, erklärt David Jochim. „Unser Sys­tem funk­tio­niert und hat­te sich nach weni­gen Jah­ren eingependelt.“

Auch über das Per­so­nal­ma­nage­ment hin­aus erfah­ren die Ver­ant­wort­li­chen der Ein­rich­tun­gen gro­ße Unter­stüt­zung durch die Mit­ar­bei­ter der Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung und wer­den so deut­lich ent­las­tet. Durch Schaf­fung von gemein­sa­men Struk­tu­ren und Stan­dards wird den Lei­tun­gen und Orts­bür­ger­meis­tern viel büro­kra­ti­sche Arbeit abge­nom­men. Hier­durch ent­steht eine gro­ße Effi­zi­enz und ins­be­son­de­re auch ein hoher Qua­li­täts-Stan­dard.
„Als Ver­bands­ge­mein­de leis­ten wir hier­zu unse­ren Bei­trag in Form von Ver­wal­tungs­per­so­nal­ein­satz. Um die Belan­ge der kom­mu­na­len Kitas küm­mert sich eine sehr enga­gier­te und kom­pe­ten­te Mit­ar­bei­te­rin, wel­cher die hier­für erfor­der­li­chen zeit­li­chen Res­sour­cen zur Ver­fü­gung ste­hen. Wir tun das aus Über­zeu­gung, weil uns die Bedürf­nis­se der Fami­li­en und Mit­ar­bei­tern in den Kitas wich­tig sind. Die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen der Eltern so wie die all­ge­mein ver­gleichs­wei­se gute Situa­ti­on in unse­ren Ein­rich­tun­gen bestä­tigt uns dabei.“, so David Jochim zu den Beweggründen.

Die Eltern­ver­tre­tun­gen plä­die­ren lan­des­weit dafür, pro­fes­sio­nel­le Trä­ger­struk­tu­ren zu schaf­fen. Durch Opti­mie­rung von Ver­wal­tungs­pro­zes­sen und Nut­zung von gemein­sa­men Struk­tu­ren für meh­re­re Ein­rich­tun­gen kann das Sys­tem Kita eine deut­li­che Ver­bes­se­rung für alle Betei­lig­ten erfah­ren. Fach­kräf­te, Eltern, Kin­der und auch Trä­ger pro­fi­tie­ren davon. Im nörd­li­chen Rhein­land-Pfalz sind sol­che Struk­tu­ren bereits wei­ter ver­brei­tet. Auch dort sind die Erfah­rungs­be­rich­te durch­weg positiv.

Der Kreis­eltern­aus­schuss SÜW bedankt sich bei der Ver­bands­ge­mein­de Herx­heim im Namen der Eltern für die­se fami­li­en­ori­en­tier­te Vor­ge­hens­wei­se sowie die Unter­stüt­zung zu die­sem Bei­trag.

Links und wei­ter­füh­ren­de Informationen:

Bei­spie­le für Trä­ger­ver­bän­de:
https://www.vg-herxheim.de/leben/kindertagesstaetten
https://www.xn--nordpflzerland-bib.de/leben-in-der-vg/kindertagesstaetten/
https://www.unikathe.de/start/
https://www.verbandsgemeindeweissenthurm.de/buergerservice-rathaus/jugend-familie-bildung/kindertageseinrichtungen/

So könn­te eine inhalt­lich attrak­ti­ve Stel­len­an­zei­ge aussehen

Bei­trag zur Trägerverantwortung

Mög­li­che Maß­nah­men gegen den Fachkräftemangel

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ÜBERARBEITETE FACHKRÄFTEVEREINBARUNG ERÖFFNET NEUE MÖGLICHKEITEN BEIM KITA-PERSONAL


Die “Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung für Tages­ein­rich­tun­gen für Kin­der in Rhein­land-Pfalz” regelt, wer mit wel­cher Qua­li­fi­ka­ti­on in einer Kita arbei­ten darf. Dabei zäh­len nicht nur staatl. aner­kann­te Erzie­her als Fach­kraft. Vie­le wei­te­re Beru­fe wer­den in Ver­bin­dung mit päd­ago­gi­scher Basis­qua­li­fi­zie­rung und Berufs­er­fah­rung im früh­kind­li­chen Bereich eben­falls als voll­wer­ti­ge Fach­kraft aner­kannt, zum Bei­spiel Heil­päd­ago­gen oder Ergo­the­ra­peu­ten. Die Idee, mit mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams in den Kitas zu arbei­ten ist nicht neu und kei­nes­falls allei­ne dar­in begrün­det, den Fach­kräf­te­man­gel zu bekämp­fen. Bereits lan­ge vor dem neu­en Kita-Gesetz und auch der dra­ma­ti­schen per­so­nel­len Situa­ti­on wur­den die Vor- und Nach­tei­le von mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams abge­wo­gen, bei­spiels­wei­se in der Fach­zeit­schrift “KiTa aktu­ell” KiTa_aktuell_BW_Wolfs (erzieherin.de)
Der wis­sen­schaft­li­che Tenor dabei ist ein­deu­tig: Die viel­fäl­ti­gen Kom­pe­ten­zen, die mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Teams bie­ten, sind eine Berei­che­rung für die Kin­der, wenn sie als Chan­ce begrif­fen wer­den. Der Deut­sche Ver­ein für öffent­li­che und pri­va­te Für­sor­ge schätz­te die Mul­ti­pro­fes­si­on in Kitas bereits 2016 sogar schon als “not­wen­dig” ein. (link)

Die kürz­lich von allen ver­ant­wort­li­chen Ver­bän­den unter­zeich­ne­te Neu­fas­sung der Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung wur­den nun die Mög­lich­kei­ten erwei­tert sowie ver­ein­facht. Fol­gen­de Ände­run­gen sind in der Fach­kräf­te­ver­ord­nung enthalten:

  • Auf­nah­me zusätz­li­cher Berufsbilder
  • Leich­te­re Aner­ken­nung aus­län­di­scher Abschlüsse
  • Büro­kra­tie­ab­bau bei pro­fi­ler­gän­zen­den Kräften
  • Sicher­heit bei Mit­fi­nan­zie­rung durch gere­gel­te Eingruppierung
  • Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung von Vertretungskräften

Das The­ma Finan­zie­rung ist ins­be­son­de­re bei Trä­gern von Inter­es­se. Aber auch für das Per­so­nal ist dies ein zen­tra­ler Aspekt, rich­tet sich doch die Bezah­lung nach der Qua­li­fi­ka­ti­on. „Als Land för­dern wir so bei­spiels­wei­se eine Ein­grup­pie­rung von Erzie­he­rin­nen und Erzie­hern in die Tarif­grup­pe 8b mit, wenn die Fach­kräf­te beson­ders schwie­ri­ge fach­li­che Tätig­kei­ten über­neh­men. Damit geben wir den Arbeit­ge­bern Sicher­heit, mit wel­cher För­de­rung des Lan­des sie pla­nen kön­nen, und wir tra­gen unse­ren Teil zu attrak­ti­ven Rah­men­be­din­gun­gen bei. Bereits im Kita-Gesetz haben wir fest­ge­legt, dass das Land sich auto­ma­tisch z.B. an Tarif­stei­ge­run­gen betei­ligt“, so Bil­dungs­mi­nis­te­rin Dr. Ste­fa­nie Hubig in der Pres­se­er­klä­rung zur Neu­fas­sung der Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung.
In einem beglei­ten­den Rund­schrei­ben teilt das Land mit, unter wel­chen Umstän­den höhe­re tarif­li­che Ein­grup­pie­run­gen mög­lich sind und dass es die­se dann mitträgt.

Aber auch für den Arbeits­all­tag in den Kitas kann sich durch die kor­rek­te Anwen­dung der Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung eine deut­li­che Ent­las­tung erge­ben. Hier­für ist ein Blick in die Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung und der Abgleich mit der beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on der Team­mit­glie­der uner­läss­lich um am Ende die Fra­ge beant­wor­ten zu kön­nen: Ist das Team ent­spre­chend der Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung kor­rekt ein­ge­ord­net in Fach­kräf­te / Fach­kräf­te in Assis­tenz, somit auch ent­spre­chend ein­grup­piert und bezahlt? Und wird somit der bestehen­de Rah­men auch in Rich­tung “Ent­las­tung der Fach­kräf­te” voll ausgenutzt?

Die aktu­el­le Ver­si­on unse­res Doku­ments “Fach­kräf­te­man­gel — kurz­fris­ti­ge Hand­lungs­mög­lich­kei­ten vor Ort” berück­sich­tigt bereits die Ände­run­gen der Fach­kräf­te­ver­ein­ba­rung. Zudem wur­den nicht mehr funk­tio­nie­ren­de Links korrigiert.