GROßES INTERESSE AN INFOABEND ZU SEXUALISIERTER GEWALT

Unter dem Mot­to „Hin­schau­en statt weg­schau­en!“ fand am Abend des 12. März 2026 eine gro­ße Online-Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum The­ma „Sexua­li­sier­te Gewalt erken­nen und dage­gen han­deln“ statt. Rund 600 Eltern, Trä­ger­ver­tre­ter und Fach­kräf­te nah­men an der Ver­an­stal­tung teil.

Initi­iert wur­de die Ver­an­stal­tung vom Kreis­eltern­aus­schuss Süd­li­che Wein­stra­ße. Gemein­sam mit den Kreis­eltern­aus­schüs­sen Ger­mers­heim, Bad Dürk­heim, Mainz-Bin­gen und Bad Kreuz­nach sowie dem Stadt­el­tern­aus­schuss Trier wur­de die Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung orga­ni­siert und durch­ge­führt. Durch die­se enge Zusam­men­ar­beit der Eltern­ver­tre­tun­gen konn­te ein brei­tes Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot geschaf­fen und eine gro­ße Zahl an Teil­neh­mern erreicht wer­den. Die Ver­ans­stal­tung war für alle Inter­es­sier­ten kos­ten­frei. Bereits im Vor­feld stieß die Ver­an­stal­tung auf gro­ßen Zuspruch und wur­de auch in der regio­na­len und über­re­gio­na­len Pres­se angekündigt.

Sexua­li­sier­te Gewalt an Kin­dern ist ein erns­tes gesell­schaft­li­ches Pro­blem, das in vie­len For­men auf­tre­ten kann und häu­fig lan­ge unent­deckt bleibt. Zuletzt hat der mut­maß­li­che Miss­brauch in einer Kin­der­ta­ges­stät­te im Kreis Süd­li­che Wein­stra­ße bun­des­weit gro­ße Besorg­nis und Betrof­fen­heit ausgelöst.

Den fach­li­chen Auf­takt gestal­te­te Fran­zis­ka Bür­ker, Exper­tin für Kin­der­schutz. Sie prä­sen­tier­te ein­drück­li­che Zah­len und Fak­ten zur Situa­ti­on in Deutsch­land: Durch­schnitt­lich 54 Kin­der und Jugend­li­che wer­den täg­lich Opfer sexu­el­len Miss­brauchs. Dabei han­delt es sich jedoch nur um das soge­nann­te „poli­zei­li­che Hell­feld“, also um Fäl­le, die tat­säch­lich ange­zeigt werden.

In ihrem Vor­trag erläu­ter­te Bür­ker die Situa­ti­on betrof­fe­ner Kin­der, mög­li­che Warn­si­gna­le sowie kon­kre­te Hin­wei­se zur Prä­ven­ti­on. Sie mach­te deut­lich, dass Gefah­ren nicht nur im digi­ta­len Raum bestehen. Auch schein­bar harm­lo­se Din­ge wie Freund­schafts­bü­cher oder per­so­na­li­sier­te Klei­dung und Ruck­sä­cke kön­nen per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen über Kin­der preis­ge­ben, die für Frem­de zugäng­lich sind.

Ein wich­ti­ger Hin­weis der Exper­tin betraf den Umgang mit mög­li­chen Ver­dachts­fäl­len: Eltern und Fach­kräf­te soll­ten kei­ne Sug­ges­tiv­fra­gen stel­len, da die­se Aus­sa­gen von Kin­dern beein­flus­sen und im schlimms­ten Fall vor Gericht nicht mehr ver­wert­bar sein kön­nen. Ihr Rat lau­tet daher klar: Kin­dern Raum geben zu erzäh­len und auf­merk­sam zuhören.

Im Anschluss gab Chris­ti­an Ste­cker vom Kreis­eltern­aus­schuss Süd­li­che Wein­stra­ße einen Über­blick über Mel­de­we­ge und wich­ti­ge Anlauf­stel­len. Er beton­te ins­be­son­de­re die Ver­ant­wor­tung von Fach­kräf­ten, mög­li­che Vor­fäl­le zu mel­den. Soll­te ein Trä­ger Hin­wei­se nicht aus­rei­chend ernst neh­men, steht Fach­kräf­ten eben­so wie Eltern auch der Weg zur Poli­zei offen.

Ein­bli­cke in die prak­ti­sche Arbeit der Straf­ver­fol­gung gab anschlie­ßend Staats­an­wäl­tin Elsa Col­len­burg. Sie schil­der­te anschau­lich den Ablauf eines Ver­fah­rens – von der ers­ten Mel­dung bei der Poli­zei bis hin zum Gerichts­pro­zess – und gab dabei vie­le Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen. Beson­ders wich­tig sei für betrof­fe­ne Fami­li­en der Hin­weis auf die Mög­lich­keit einer psy­cho­so­zia­len Pro­zess­be­glei­tung, die kos­ten­frei in Anspruch genom­men wer­den kann und wäh­rend eines Gerichts­ver­fah­rens wich­ti­ge Unter­stüt­zung bietet.

Mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Jas­min Pohl vom Stadt­el­tern­aus­schuss Trier. Wäh­rend der gesam­ten Ver­an­stal­tung nutz­ten zahl­rei­che Teil­neh­men­de den Chat, um Fra­gen zu stel­len. Im Hin­ter­grund unter­stütz­ten Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der betei­lig­ten Kreis­eltern­aus­schüs­se Süd­li­che Wein­stra­ße, Ger­mers­heim, Bad Dürk­heim, Mainz-Bin­gen und Bad Kreuz­nach bei der Betreu­ung des Chats und bün­del­ten die Fra­gen der Teil­neh­men­den für die Refe­ren­tin­nen und Referenten.

Die gro­ße Teil­neh­mer­zahl und das rege Inter­es­se zei­gen deut­lich, wie wich­tig Infor­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­an­ge­bo­te zu die­sem sen­si­blen The­ma sind. Gleich­zei­tig ver­deut­licht die Ver­an­stal­tung, wel­chen wich­ti­gen Bei­trag die Kreis- und Stadt­el­tern­aus­schüs­se durch ihr gemein­sa­mes Enga­ge­ment für Auf­klä­rung, Prä­ven­ti­on und Ver­net­zung leis­ten können.

Auf­grund der hohen Anmel­de­zah­len war es erfor­der­lich, für die Durch­füh­rung der Ver­an­stal­tung ein kos­ten­pflich­ti­ges Mee­ting­tool-Upgrade (ca. 160 €) zu buchen. Am Ende der Ver­an­stal­tung rie­fen die Orga­ni­sa­to­ren daher zu frei­wil­li­gen Spen­den auf, um die­se Kos­ten nicht pri­vat tra­gen zu müs­sen. Auch hier zeig­te sich eine über­wäl­ti­gen­de Reso­nanz: Bereits am Ver­an­stal­tungs­abend gin­gen Spen­den in Höhe von 550 € ein. Der über die ent­stan­de­nen Kos­ten hin­aus­ge­hen­de Betrag wird an den Ver­ein „Gegen Miss­brauch e.V“. weitergeleitet.

Bei Rück­fra­gen oder wei­te­rem Infor­ma­ti­ons­be­darf kön­nen sich inter­es­sier­te Eltern und Fach­kräf­te ger­ne auch an den Kreis­eltern­aus­schuss SÜW wenden.