PFLICHTAUFGABE ODER AUFGABE DER PFLICHT?

Reak­ti­on auf Rhein­pfalz-Arti­kel vom 11.9.2024: „Zu teu­er? Kita-Neu­bau­ten wer­den gestoppt“

Pflicht­auf­ga­ben – dem Namen nach han­delt es sich hier­bei um Auf­ga­ben, die ver­pflich­tend und oft­mals durch Geset­ze gere­gelt sind. Sie müs­sen umge­setzt und erfüllt wer­den und stel­len kei­ne unver­bind­li­chen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen dar.

Eine die­ser Pflicht­auf­ga­ben der Kom­mu­nen lau­tet, für ein bedarfs­ge­rech­tes Ange­bot an Betreu­ungs­plät­zen in Kin­der­ta­ges­stät­ten zu sor­gen. Seit 2019, dem Jahr der Ver­ab­schie­dung des neu­en KiTa-Geset­zes in Rhein­land-Pfalz, war klar, dass die­ses Ange­bot zwei Jah­re spä­ter eine sie­ben­stün­di­ge, durch­gän­gi­ge Betreu­ung für jedes Kind umfas­sen muss. Bereits 2018 gab es Über­le­gun­gen der Gemein­den Rhodt und Wey­her, wie die­se Auf­ga­be gemein­sam bewäl­tigt wer­den kön­ne. Ende 2024 und somit bald sie­ben Jah­re und zwei Gene­ra­tio­nen von Kita-Kin­dern spä­ter, stellt der frisch gewähl­te Gemein­de­rat Rhodt nun fest, dass der nach jah­re­lan­gem Prü­fen, Abwä­gen und Beauf­tra­gen von Mach­bar­keits­stu­di­en und Archi­tek­ten­leis­tun­gen gefun­de­ne „end­gül­ti­ge Beschluss“ bei­der Gemein­de­rä­te für einen gemein­sa­men Neu­bau doch nicht mehr so rich­tig end­gül­tig ist. Abge­war­tet wer­den soll nun das Ergeb­nis einer wei­te­ren Mach­bar­keits­stu­die. Die geschätz­ten Kos­ten sind im Lau­fe der Zeit von einer Mil­li­on Euro auf das mitt­ler­wei­le Fünf­fa­che (!) angestiegen. 

Für regel­mä­ßi­ge Rhein­pfalz-Leser, aber ins­be­son­de­re für die Eltern, die erst kürz­lich ihre Stim­me bei der Kom­mu­nal­wahl abge­ge­ben haben, stel­len sich nun fol­gen­de Fra­gen:
Wie vie­le Mach­bar­keits­stu­di­en sind noch erfor­der­lich, um eine Lösung zu fin­den?
Wie lan­ge soll noch abge­war­tet wer­den, bis den Kin­dern eine fami­li­en­ori­en­tier­te Kom­mu­nal­po­li­tik und ihr gesetz­lich ver­an­ker­tes Recht auf zeit­ge­mä­ße und bedarfs­ge­rech­te Kin­der­ta­ges­be­treu­ung zuge­stan­den wird?
Wie vie­le Mil­lio­nen sol­len noch durch eine Ver­wei­ge­rungs­hal­tung ver­geu­det wer­den, die wohl lan­des­weit ihres­glei­chen sucht?

„Offen­sicht­lich hält sich der Irr­glau­be, das KiTa-Gesetz beinhal­te eine Über­gangs­frist bis 2028, man­cher­orts ziem­lich hart­nä­ckig. Die­se Über­gangs­frist bezieht sich jedoch ledig­lich auf die Aus­ge­stal­tung der Mit­tags­ver­pfle­gung, also ob den Kin­dern ein war­mes oder kal­tes Mit­tag­essen ange­bo­ten wer­den muss. Der Rechts­an­spruch auf durch­gän­gi­ge Betreu­ung besteht unein­ge­schränkt bereits seit 2021 für jedes Kind.“ erklärt Chris­ti­an Stre­cker, Vor­sit­zen­der des Kreis­eltern­aus­schus­ses Süd­li­che Wein­stra­ße, der gesetz­li­chen Inter­es­sens­ver­tre­tung aller Kita-Eltern im Landkreis.

Der Kreis­eltern­aus­schuss appel­liert daher an die Ver­ant­wort­li­chen, den jah­re­lan­gen Eier­tanz end­lich zu been­den und auch den Fami­li­en in Rhodt und Wey­her eine zukunfts­si­che­re und wirk­lich end­gül­ti­ge Lösung zu prä­sen­tie­ren. Nicht nur, weil es eine Pflicht­auf­ga­be der Gewähl­ten ist, son­dern ins­be­son­de­re auch ein Erfor­der­nis jun­ger Eltern dar­stellt, Fami­lie, Beruf und das Recht Ihrer Kin­der auf früh­kind­li­che Bil­dung mit­ein­an­der ver­ei­nen zu können.

GRUNDLAGEN DER ELTERNMITWIRKUNG — DAS QUIZ!

Pünkt­lich zum Start des neu­en Kita-Jah­res bie­ten die Kreis­eltern­aus­schüs­se Bad Dürk­heim (KEA DÜW) und Süd­li­che Wein­stra­ße (KEA SÜW) eine gemein­sa­me Info-Ver­an­stal­tung zum The­ma „Eltern­mit­wir­kung nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Kita-Gesetz“ an. Das Beson­de­re dar­an: Der Online-Abend wird in Form eines Quiz stattfinden!

Was sind die Auf­ga­ben des Eltern­aus­schus­ses? Was ist der Kita-Bei­rat? Und wofür ist eine Eltern­ver­samm­lung gut? Die­se und wei­te­re Fra­gen wer­den zunächst dem Publi­kum im Quiz­for­mat gestellt und dann von den Refe­ren­ten Gor­don Amu­ser (KEA DÜW) und Chris­ti­an Stre­cker (KEA SÜW) beant­wor­tet. Die Teil­neh­mer kön­nen dabei inter­ak­tiv mit­wir­ken und eine von vier mög­li­chen Ant­wor­ten aus­wäh­len. Das Publi­kum ent­schei­det, wel­che Ant­wort als die (ver­meint­lich) Rich­ti­ge aus­ge­wählt wird!

Zu gewin­nen gibt es aus­schließ­lich Infor­ma­tio­nen und Wissen!

Mon­tag, 2. Sep­tem­ber 2024, 20:00 Uhr

via Micro­soft Teams

Die Ver­an­stal­tung rich­tet sich an alle Inter­es­sier­ten aus dem Kita-Umfeld, egal ob Eltern­teil, Fach­kraft oder Trä­ger­ver­tre­ter. Da mit dem neu­en Kita-Jahr auch die Wah­len zum Eltern­aus­schuss statt­fin­den wer­den, eig­net sich die Ver­an­stal­tung ins­be­son­de­re für Eltern, die an der Mit­wir­kung im Eltern­aus­schuss inter­es­siert sind.

Die Anmel­dung zur Online-Ver­an­stal­tung ist über fol­gen­den Link möglich:

VERANTWORTUNG IM KITA-SYSTEM — WER IST WOFÜR ZUSTÄNDIG?

Das Sys­tem “Kita” ist sehr kom­plex. Wer für wel­che The­men zustän­dig ist, ist für Eltern oft nicht direkt ersicht­lich. Wen­det man sich mit sei­nen Anlie­gen an den “fal­schen” Ansprech­part­ner, erhält man oft­mals die (berech­tig­te) Ant­wort: “Da sind wir lei­der nicht zustän­dig.” Das ist einer­seits frus­trie­rend für die nach Hil­fe suchen­den Eltern, ande­rer­seits auch teil­wei­se belas­tend für die Ver­ant­wor­tungs­trä­ger, die oft­mals ger­ne hel­fen wür­den, es aber schlicht­weg nicht können.

Im Regel­fall ist die Kita-Lei­tung der ers­te Ansprech­part­ner für Eltern, die Pro­ble­me oder Sor­gen haben. Aber nicht immer ist die­se auch in der Ver­ant­wor­tung! Vie­le The­men kön­nen von der Kita-Lei­tung auch nur wei­ter gege­ben wer­den und der Ein­fluss auf Ent­schei­dun­gen ist nur bedingt vor­han­den. Den­noch sind sie die ers­ten, die mit den Sor­gen der Eltern “an der Kita-Tür” kon­fron­tiert wer­den und fun­gie­ren unfrei­wil­lig als Abla­de­stel­le für den Unmut der Eltern. Sicher ist es rich­tig, die Lei­tung der Ein­rich­tung zu invol­vie­ren, genau­so wich­tig ist es aller­dings, auch die am Ende für das jewei­li­ge The­ma ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen hinzuzuziehen.

An die­ser Stel­le man­gelt es oft an Trans­pa­renz, wer denn eigent­lich wofür zustän­dig ist. Ist die Lei­tung der rich­ti­ge Ansprech­part­ner, wenn ein Spiel­ge­rät des Außen­ge­län­des in schlech­tem Zustand ist? Kann die Lei­tung ent­schei­den, wie vie­le (Ganztages-)-Plätze in ihrer Kita zur Ver­fü­gung ste­hen? Kann das Jugend­amt bei Per­so­nal­fra­gen Ein­fluss nehmen? 

Um an die­ser Stel­le zur Trans­pa­renz bei­zu­tra­gen, haben wir eine Über­sicht erstellt, die die Auf­tei­lung der Ver­ant­wor­tung im Sys­tem Kita in sei­nen Grund­zü­gen dar­stel­len soll. Selbst­ver­ständ­lich ist die­se nicht all­um­fas­send und abschlie­ßend, die vol­le Kom­ple­xi­tät lässt sich nur schwer auf ein paar Foli­en abbil­den und ist teil­wei­se auch nicht über­all iden­tisch (es gibt zum Bei­spiel struk­tu­rel­le Unter­schie­de zwi­schen Stadt und Land­kreis). Die Inten­ti­on die­ser Unter­la­ge ist, ein grund­sätz­li­ches Ver­ständ­nis zu schaf­fen, um Kon­flik­te in der Kita (bei­spiels­wei­se in der Eltern­aus­schuss-Sit­zung) zu ver­mei­den. Sei­ne The­men beim rich­ti­gen Ansprech­part­ner zu plat­zie­ren ist von außer­or­dent­li­cher Bedeu­tung, da einer­seits die Erfolgs­aus­sich­ten dadurch wach­sen, ande­rer­seits aber auch die Ver­ant­wor­tungs­trä­ger nicht mit The­men kon­fron­tiert wer­den, auf die sie ohne­hin wenig oder kei­nen Ein­fluss haben.

Für Rück­fra­gen ste­hen wir als Kreis­elternau­schuss jeder­zeit zur Ver­fü­gung. Soll­tet ihr euch unsi­cher sein, wo eure The­men plat­ziert wer­den müs­sen, kommt ger­ne auf uns zu!