KINDERSCHUTZ IM KITA-ALLTAG — UNTERSTÜTZENDE MATRIALEN FÜR ELTERN, FACHKRÄFTE UND TRÄGER

Bild: IBEB

Kin­der­schutz in der Kita ist ein The­ma, das alle Tei­le der Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft betrifft. Jede Kita in Rhein­land-Pfalz ist daher dazu ver­pflich­tet, ein Schutz­kon­zept zu erstel­len, wel­ches auch Teil der und Vor­aus­set­zung für die Betriebs­er­laub­nis ist. Im Ide­al­fall ent­steht die­ses Schutz­kon­zept im Rah­men des Kita-Bei­ra­tes, wo Eltern, Fach­kräf­te, Lei­tung, Trä­ger und die FaKiB gemein­sam ihre Wer­te­vor­stel­lun­gen zum Umgang mit den Kin­dern fest­le­gen kön­nen. Min­des­tens aber ist der Eltern­aus­schuss anzu­hö­ren, bevor ein sol­ches Schutz­kon­zept fina­li­siert wird. 

Vie­le Ein­rich­tun­gen erar­bei­ten das Schutz­kon­zept inner­halb des Teams. Dabei gerät oft in Ver­ges­sen­heit, dass die Fach­kräf­te nicht allei­ne die Ver­ant­wor­tung für die Kin­der tra­gen müs­sen. Sie sind zwar die­je­ni­gen, deren Han­deln im All­tag den größ­ten Ein­fluss dar­auf hat, wie gut das Kon­zept in der Pra­xis umge­setzt wird, den­noch gibt es vie­le wei­te­re Rol­len:
FaKiB, Kita-Lei­tung, Trä­ger­ver­tre­tung, Eltern­ver­tre­tung, Fach­be­ra­tung, Kita-Sozi­al­ar­beit, Kita-Kis­te oder auch die InSo­fa (inso­weit erfah­re­ne Fachkraft.

Doch was sind die Auf­ga­ben die­ser Rol­len im Zusam­men­hang mit Kin­der­schutz in Kitas? Wie kön­nen die ein­zel­nen Per­so­nen ihrer Ver­ant­wor­tung gerecht werden?

Um die­se und ande­re Fra­gen zu beant­wor­ten, beschäf­tigt sich die Hoch­schu­le Koblenz im Auf­trag des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums inten­siv mit dem The­ma Kin­der­schutz und Kinderrechte. 

“Kin­der­rech­te Kon­kret RLP”

Auf der Pro­jekt­web­sei­te sind Infor­ma­tio­nen zu den Auf­ga­ben der ein­zel­nen Rol­len der Ver­ant­wor­tungs­ge­mein­schaft zu fin­den. Die­se soge­nann­ten “Rol­lenkar­ten” bie­ten einen gro­ben Über­blick, wo und wie die jewei­li­gen Per­so­nen­krei­se hin­sicht­lich Kin­der­schutz tätig wer­den kön­nen. Fol­gen­de Rol­lenkar­ten sind verfügbar:

Wie wich­tig das The­ma Kin­der­schutz im All­tag ist, zeigt auch eine kürz­lich ver­öf­fent­lich­te Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung zum The­ma “Ver­let­zen­des Verhalten”.

In kom­men­den Bei­trä­gen wer­den wir auf das The­ma wei­ter ein­ge­hen, denn wir sind uns einig mit der Koope­ra­ti­on der Kita-Fachkräfteverbände:

Poli­tik und Trä­ger müs­sen end­lich han­deln und ver­läss­li­che Struk­tu­ren schaf­fen, die Kin­der wirk­lich schüt­zen. Jeder Vor­fall ist einer zu viel.

Kin­der­schutz ist nicht verhandelbar! 

RÜCKBLICK SPIELEFEST 2025

Wenn Kin­der­au­gen mit Glit­zer­staub um die Wet­te funkeln

Beim dies­jäh­ri­gen Spie­le­fest des Kreis­ju­gend­amts Süd­li­che Wein­stra­ße dreh­te sich alles um Spiel, Spaß und gemein­sa­mes Erle­ben. Zahl­rei­che Mit­mach­ak­tio­nen luden Kin­der und Fami­li­en zum Ent­de­cken, Aus­pro­bie­ren und Lachen ein. Der ursprüng­lich ange­dach­te Ter­min muss­te lei­der auf­grund der Wet­ter­la­ge abge­sagt wer­den. Dafür wur­den Aus­rich­ter und Besu­cher am Ersatz­ter­min mit bes­tem Wet­ter belohnt. Ein klei­nes High­light war auch der Akti­ons­stand des Kreis­eltern­aus­schus­ses mit bun­ten Glit­zer­tat­toos, der bei den Kin­dern und auch man­chen Erwach­se­nen gro­ßen Anklang fand. Hier konn­ten sich die klei­nen Gäs­te mit fun­keln­den Moti­ven schmü­cken – von glit­zern­den Ster­nen und Schmet­ter­lin­gen bis hin zu coo­len Sym­bo­len und fan­ta­sie­vol­len Designs. Mit fun­keln­den Moti­ven auf der Haut und einem Lächeln im Gesicht nah­men vie­le klei­ne Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein Stück Glit­zer­freu­de mit nach Hause.

Wir bedan­ken uns herz­lich beim Kreis­ju­gend­amt für die all­jähr­lich gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung, die es auch uns ermög­licht, eini­ge der Kin­der ken­nen zu ler­nen, für die wir uns tag­täg­lich ein­set­zen. Ein beson­de­rer Dank gilt an die­ser Stel­le der Alli­anz Gene­ral­ver­tre­tung Sebas­ti­an Christill in Bad Bergza­bern, deren Spen­de uns die­se Akti­on ermöglichte.

Wir freu­en uns auf nächs­tes Jahr!

EMPFEHLUNG DES LANDESJUGENDHILFEAUSSCHUSSES ZUR INKLUSIVEN ARBEIT IN KITAS

Nicht nur durch das neue Kita-Gesetz ver­än­der­te sich der Anspruch an die Kin­der­ta­ges­stät­ten hin­sicht­lich der Betreu­ung benach­tei­lig­ter Kin­der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren grund­le­gend. Die Grund­hal­tung zur Inklu­si­on ins­ge­samt ist im Wan­del, was an eini­gen sys­te­mi­schen und recht­li­chen Ver­än­de­run­gen in den letz­ten Jah­ren deut­lich erkenn­bar ist. Neben dem inklu­si­ven Anspruch des rhein­land-pfäl­zi­schen Kita-Geset­zes trat 2021 auch das Kin­der- und Jugend­stär­kungs­ge­setz — KJSG in Kraft. Hin­zu kom­men wei­te­re gesetz­li­che Vor­ga­ben, u.a. durch das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz (BTHG), das Gesetz zur Reha­bi­li­ta­ti­on und Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­run­gen (SGB IX), das Lan­des­ge­setz zur Aus­füh­rung des Neun­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (AGSGB IX) sowie die UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on (UN-BRK).

Die gesetz­li­chen Grund­la­gen der Inklu­si­on sind also sehr viel­fäl­tig. Doch wie kön­nen die­se Anfor­de­run­gen im Kita-All­tag umge­setzt werden?

Die­se Fra­ge zu beleuch­ten war Auf­ga­be einer Arbeits­grup­pe, die im Auf­trag des Lan­des­ju­gend­hil­fe­aus­schus­ses ihre Emp­feh­lung zur inklu­si­ven Arbeit in Kin­der­ta­ges­stät­ten in Rhein­land-Pfalz ver­öf­fent­licht hat. 

Das Doku­ment betrach­tet, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Inklu­si­on in Regel-Kitas gelin­gen kann. Der Arbeits­kreis kommt zu dem Schluss, dass Inklu­si­on in regu­lä­ren Kitas nur begrenzt mög­lich ist und z.B. für schwerst mehr­fach behin­der­te Kin­der, auch trotz der Maß­ga­be, dass Kin­der­ta­ges­be­treu­ung allen Kin­dern unab­hän­gig von einer Behin­de­rung oder ihren indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten glei­che Ent­wick­lungs- und Bil­dungs­chan­cen bie­ten soll (§ 1 Abs. 2 KiTaG), die Erfor­der­nis spe­zi­ell aus­ge­stat­te­ter und inklu­si­ver Ein­rich­tun­gen wei­ter­hin besteht.
Die Vor­aus­set­zun­gen für eine gelun­ge­ne Inklu­si­on unter­glie­dert die Arbeits­grup­pe in fol­gen­de Kategorien:

  • Hal­tung der Verantwortungsgemeinschaft
  • Räum­li­che Ausstattung
  • Sach­li­che Ausstattung
  • Per­so­nal
  • Ver­net­zung
  • Kon­zep­tio­nel­le Gestaltung

Vie­le Kin­der mit beson­de­ren Bedar­fen kön­nen nach Ein­schät­zung der Arbeits­grup­pe in regu­lä­ren Kitas gut betreut wer­den. Hier­bei wird je nach Inten­si­tät des Mehr­auf­wan­des davon aus­ge­gan­gen, dass die­ser zum Teil auch durch den regu­lä­ren Per­so­nal­schlüs­sel abge­deckt sei.
Für Kin­der, deren dia­gnos­ti­zier­tem Mehr­be­darf über weni­ge Stun­den am Tag hin­aus geht, bestehen dar­über hin­aus ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, Bedin­gun­gen zu schaf­fen, die die Erfül­lung der Bedürf­nis­se aller Kin­der ermög­li­chen, z.B. durch zusätz­li­ches Per­so­nal (“I‑Kraft”). Die­se müs­sen dann durch die Ein­glie­de­rungs­hil­fe orga­ni­siert und finan­ziert werden.

Die Zustän­dig­keit für die Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Kin­der und Jugend­li­che mit Behin­de­run­gen bis zum Alter von 18 Jah­ren wur­de im Jahr 2018 durch das AGSGB IX den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten über­tra­gen. Dies bedeu­tet, dass die Haupt­ver­ant­wor­tung bei der Sozi­al­be­hör­de der Land­krei­se und Städ­te liegt — und somit auch die Bedarfs­pla­nungs- und Kostenverantwortung.

Je nach Ursa­che für die Ein­schrän­kung kön­nen z.B. die Trä­ger der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen oder die Trä­ger der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung leis­tungs­ver­pflich­tet sein. Hier kann zusam­men mit dem öffent­li­chen Trä­ger der Ein­glie­de­rungs­hil­fe (Abtei­lung Sozia­les der Kreis­ver­wal­tung) ein Gesamt­plan­ver­fah­ren ange­strebt wer­den, um den indi­vi­du­el­len Bedarf des Kin­des abzudecken.

Inwie­fern die­se Emp­feh­lun­gen vor Ort umsetz­bar sind, hängt sicher an vie­len Fak­to­ren. Eine pau­scha­le Aus­sa­ge, ob mit­hil­fe die­ser Emp­feh­lun­gen die Inklu­si­on vor Ort ver­bes­sert wer­den kann, lässt sich sicher nicht tref­fen. Wir freu­en uns aber über jeden Erfah­rungs­be­richt aus dem Kita-All­tag. Schi­cken Sie die­sen ger­ne per Mail an post@keasuew.de

Wei­te­re Infor­ma­ti­ons­quel­len:
Inklu­si­on . Kita Rhein­land-Pfalz
IKJHG‑E | DIJUF
Bil­dung und Teil­ha­be | KV SÜW